Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
90
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Anra. 3- Im Laben ziehen sich die Muskeln bei einwir-kendem Reiz zusammen, zerreifsen also sehr schwer, obgleichallerdings Beispiele davon Vorkommen, namentlich am Herzen,in dem ich ein Paar Maal einen Rifs der hintern Kammerbeobachtet habe. Nach dem Tode zerreifsen die Muskeinäufserst leicht, und gehört dahin gewifs der Fall, den Kelch(Beiträge zur patliolog. Anatomie., Berlin 1813- 8- S. 43-) be-schreibt, und wo er die Zerreifsung als schon im Leben ge-schehen annimmt.

§• 97 .

Die Eintheilung der Muskeln in die des thie-rischen und des organischen Lebens hat schon vonder physiologischen Seite ihre Schwierigkeiten,allein anatomisch läfst sie sich gar nicht durch-führen.

Anm. 1. Wollen wir blos die ortsbewegenden Muskelnzu denen des thierischen" Lebens rechnen, so heben wir denanatomischen Unterschied ganz auf, denn mehrere Muskeln derRespirationsorgane, des Nahrungskanals, haben ganz die Formvon jenen. Wollen wir auf die Willkühr sehen, der dieMuskeln unterworfen sind , oder nicht, so ist die Eintheilungnicht einmal physiologisch zu billigen, da manche Muskeln un-sernt Willen in etwas folgen können, gewöhnlich aber ohne den-selben thätig sind. Wohin gehören alsdann die Muskeln derHarnblase?

Anm. 2. Die ortsbewegenden und ihnen ähnlich gebilde-ten Muskeln des reprodutiven Systems bestehen aus kleinerenund gröfseren Faser-Bündeln (lacerti), welche durch Schichtenvon Zellgewebe mehr oder weniger getrennt sind; sie be-sitzen ferner Sehnen, vorzüglich an ihren Enden, doch oft auchan ihren Flächen, oder Rändern, zuweilen sind sie damit durch-flochten, oder dadurch abgetheilt. Die übrigen Muskeln desreproductiven Systems bilden Kanäle oder Behälter; mehren-tlteils so, dafs ihre Fasern in Lagen nach entgegengesetzten