Der Organismus ist nicht nur die Quelle, derkörperlichen, sondern auch der geistigen Thätig-keit.
Anm. Die letztere wird jedoch hier nur im Allgemeinenund so weit es zum Verständinfs des Ganzen nöthig ist, be-trachtet; eine Vollständige Darstellung derselben bleibt für diePsychologie; sollte die psychische Sjitc des Lebens hier«iben so ausführlich behandelt werden, wie die physische, sowürde es die Gränzen einer Vorlegung überschreiten.
§. 4 .
Der Organismus ist ein in seinen Theilen soinnig verbundenes, so sehr zusammenwirkendesGanze, dafs jeder einzelne Theil den übrigen noth-wendig ist, und diese wieder zu seiner Erhaltungbedarf. Man kann daher keinen einzigen Theil ge-hörig würdigen, ehe man die Kenntnifs vom Gan-zen hat.
§• 5 .
Man mufs also zuerst den Organismus im All-gemeinen betrachten, und dann die einzelnen Theiledesselben durchgehen. Die letzteren kann man nurin einer erzwungenen, grofsentheils willkührlichenOrdnung 'aufstellen, da sie nicht nach einander,sondern mit und durch einander existiren und thä-tig sind.
Anm. Die allgemeine Physiologie ist ganz die Fruchtneuerer Forschungen, vorzüglich der deutschen Schriftsteller.Wem ehemals die Physiologie nur eine Lehre von den Ver-richtungen der einzelnen Theile war, der konnte die allgemeinePhysiologie leicht vermissen.