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Grundprobleme der Philosophie : Methodologie, Ontologie, Anthropologie
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Solchen und verwandten Erwägungen wird man Berechtigungnicht absprechen. Es gibt in der Tat seelische Gebilde, die nur alsGanzheiten aufzufassen sind, weil das, was an ihnen eigenartig unddaher wesentlich ist, verloren ginge, falls man sie als bloße „Sum-men“ von elementaren Empfindungen oder anderen letzten Be-standteilen dächte. Auch die Betrachtung des gesamten seelischenSeins, wenn man es für sich nimmt, ist danach nicht in der Weisedurchführbar, daß man nach dem methodischen Vorbild der Me-chanik zu einer allgemeinen, d. h. für alle seine Teile gültigenTheorie kommt. Darin haben wir in unserem ontologischen Zu-sammenhang die Hauptsache, und nur ein Punkt ist noch zu er-wähnen. Man wirft der Assoziationspsychologie und den ihr ver-wandten Ansichten vor, daß sie zu einer „Psychologie ohne Seele“komme, und man glaubt, daß durch solche Theorien, wie z. B. die„Gestaltpsychologie“ es ist, diesem Übelstand abgeholfen werde.Das trifft nur in sehr beschränktem Sinne, ja sobald man das Wort„Seele“ in der üblichen Bedeutung nimmt, gar nicht zu. Die Gründedafür werden wir jedoch erst später verstehen, wenn wir gesehenhaben, weshalb sowohl die Organismen als auch die seelischenGanzheiten eine besondere Behandlung durch die Wissenschafterfordern.

Vorläufig können wir nur feststellen, daß unsere ontologische Er-örterung des Begriffes der Sinnenwelt uns zu einem mit Rücksichtauf ihre „einheitliche“ Erkenntnis sehr unbefriedigenden Resultatgeführt hat. Weder das körperliche noch das seelische Sein, sogarwenn wir jedes für sich gesondert betrachten, läßt sich ontologisch„einheitlich“ begreifen, und vollends ist es unmöglich, zwischenden zwei umfassenden Gebieten einen erkennbaren ontologischenZusammenhang zu finden, der dem Bedürfnis nach einem Begrei-fen der Einheit des Weltganzen genügt. Die Sinnenwelt zerfälltvielmehr, solange sie als nur bestehend aus körperlichen und see-lischen Gebilden gedacht wird, für die Wissenschaft mehrfach inmiteinander begrifflich unvereinbare ontologische Gebiete. In derKörperwelt gibt es neben dem mechanischen das organische Sein.Im Seelenleben finden wir elementare Vorgänge und danebenGanzheiten wie „Gestalten“, die sich nicht in Elemente auflösenlassen. Wir müssen erst recht die Hoffnung aufgeben, zwischen den