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deren ihnen grosse und reiche Länder, die ihnen zugefallenwaren, wieder verloren gingen, wird von ihm schon in derVorrede zur Chronik freimütig gerügt, dann noch einmal imText, wo er darauf hinweist, dass die bayerischen Herzogenach dem Aussterben der holländischen Linie ihres Hauses„vil Tag und Teiding" wegen der Teilung des kleinen Stra u-binger Erbes hielten und den bedeutenden holländischenBesitz fahren Hessen, „weil sich ir keiner darumb muet, darzusie die nächsten maendlichen Erben gewesen sindt, das dochgeschätzt mag werden für eine grosse Tragkheit, das ir Erbenund Nachkomen mit Schmertzen gedulden müssen". (Bl. 100 a ).Die Absetzung des Herzogs Thassilo findet er ganz gerecht-fertigt, und er kann die von diesem gegen König Karl an denTag gelegte Treulosigkeit nur tief beklagen. „0 HertzogTassilo", ruft er aus, „wie hast du so übel gethan an dirselbst, auch deinen Nachkommen und dem Haus Bayern,dass du dich nicht in Gnaden des gerechten Kaisers gehalten!Hast dich ein Weib verführen lassen!" Bei der Darstellungder Geschichte Ludwigs des Bayern, bei der die Ge-schichtschreiber sich in der Regel entweder auf die Seitedes Kaisers oder des Papstes stellen, befleissigt er sich voll-ständiger Neutralität, lässt aber insofern für Ludwig Sympathieerkennen, als er mit dessen Persönlichkeit anmutigeSagen in Verbindung bringt, die sie mit hellem Schimmerumgeben. Im übrigen hatte Ebran wohl nur sehr unklareBegriffe von den kirchenpolitischen Fragen, die die Taten undSchicksale Ludwigs bestimmten.
Zu diesem Vorzug der Unparteilichkeit, den man derEbran sehen Chronik zuerkennen muss, gesellt sich nochein anderer, das ist die Sprache. Sie hält sich von derin der Literatur des XV. und noch mehr des XVI. Jahr-hunderts so häufig vorkommenden Derbheit, die nur all-zugern in Bohheit ausartet, vollständig fern und kann trotzeiner gewissen Volkstümlichkeit im eigentlichen Sinne desWortes als „gewählt" bezeichnet werden. Wie sich inder ganzen Chronik kein einziges Stück findet, das in ästhe-tischer oder moralischer Beziehung selbst ein empfindlichesGefühl verletzen könnte, so ist auch jedes hässliche oder an-stössige Wort, darin vermieden. Die Darstellungsform ist inmanchen Partien eindrucksvoll, und zwar nicht etwa infolgeAnwendung auf Effekt berechneter Mittel, sondern im Gegen-teil gerade durch gewinnende Einfachheit und Schlichtheit,die allem Wortgepränge abhold ist. Wo sich Ebran für