I. Biographisches.
Hans Ebran 1 von Wildenberg', dessen Chronik indiesem Bande zur Veröffentlichung kommt, wurde Ende derzwanziger Jahre des XV. Jahrhunderts geboren, 3 sodass erein Knabe von etwa zehn Jahren war, als Andreas vonRegensburg das Zeitliche segnete. 3 Er stammt aus einerniederbayerischen Adelsfamilie, die zwar nicht zu den reichstenund führenden, aber zu den alten tournier- und stiftsfähigen
1 Der Name Ebran (Ebram, Ebron, Abron, Evran, Ebro; bei Aventin:Eb u rones- Ebrane) war ursprünglich Nomen proprium und wurdespäter zum Familiennamen. Die Wiege des Geschlechtes soll Ebrans-hausen (Eberzhausen) bei Mainburg gewesen sein. Hund, BayerischesStammenbuch, Band II (1598) S. G3; Einzinger von Einzing,Bayerischer Low, Band II (17(12) S. 20<). — Die ältesten biographischenDaten über Hans Ebran bietet, abgesehen von dem ganz Wenigen,was aus seiner Chronik über ihn zu entnehmen ist, Hund, der abergerade über die Familie der Ebrane weniger unterrichtet ist als überdie vieler anderer bayerischer Geschlechter; er erzählt (1, c. S. 68), eshabe ihm „Christoph Ebran ein Stammen oder Paum seines Geschlechtsbei 200 Jarn vngefärlich angezeigt, der aber in keiner rechten Ordnung,auch zum theil gar vngerecht" gewesen sei. Auf den von Hund S. 6Güber Hans Ebran gemachten Angaben beruht dann grösstentails das,was Oefele in der Präfatio zu der im ersten Bande der Herum Boi-carum Scriptores (1763) abgedruckten Chronik desselben (S. 301— .'104)von ihm zu berichten weiss, und auch Dalhammer hat in seinerCanonia Kohrensis (Katisbonae 1784), wo sich im Anhang alsTafel VI ein Arbor Gentilitia Ebranorum etc. rindet, nicht vielNeues hinzugefügt. Erst dem Beneliziaten Heinrich und dem PfarrerEr inner gelang es, durch ihre Forschungen, die jedoch nicht zumDrucke kamen, den Kreis des Bekannten zu erweitern, und Keller hatdas bei ihnen Vorgefundene mit anderen Materialien, die er selbst sammelte,zu einer inhaltsreichen. Biographie Hans Ebrans in den Verhandlungendes historischen Vereins für Niederbayern (31. Band, Landshut 1895,S. Sil ff.) verwendet. Die dort niedergelegten Ergebnisse dienten dannals Grundlage für Kiezler in seinem über Hans Ebran handelndenArtikel in der allgemeinen deutschen Biographie. Das MannscriptKrinners lag auch dem Schreiber dieser Zeilen vor, und er gestattetSich, dem Freiherrn von Kes 1 ing, dem Besitzer desselben, der esihm freundlichst zur Einsichtnahme übersandte, auch an dieser Stellehiefür seinen Dank zu sagen.
2 Seine Geburtszeit kann nur annährend bestimmt werden; Oe tele,!• c. 8. 301, setzte sie in das Jahr 1437, Keller, dem wir hierin folgen,in eines der nächsten Jahre nach 1420. , , .
ü Andreas von Regensburg starb Ende 1438 oder bald daraut.