IL Die Handschriften.
Die Chronik Ebrans hat sich nur in drei Hand-schriften erhalten, von denen zwei in der k. Hof- und Staats-bibliothek zu München aufbewahrt werden, eine dritte sichin der grossherzoglichen Bibliothek zu Weimar befindet.Sie wurden von Keller 1 mit H, W und J benannt, und wirwollen, um keine Verwirrung anzurichten, diese Bezeichnungenbeibehalten.
i. Die Münchener Handschrift H.
Wir beginnen mit der Handschrift H, Cod. germ. 1557,die sich im XVIII. Jahrhundort im Besitze des AugsburgerRatskonsulenten Johann Heinrich Prieser befand. 2 Esist diese einer der vielen Sammelbände des AugsburgerRatsdieners Paul Hektor Mair, 8 der mit grossem Eiferund mit Verständnis Abschriften von Chroniken und geschicht-lichen Dokumenten aller Art anfertigen liess, um sie seineran Prachtwerken, Handschriften, Wallen und sonstigen Kost-barkeiten reichen Sammlung einzuverleiben, eine Liebhaberei,die eine der Hauptursachen wurde, dass er sich an städtischemGolde vergriff und trotz der eindringlichsten Fürbitten vonallen Seiten den schmählichen Tod eines Diebes erleiden mussto.
Der Codex (Pap. Fol.) ist in Pergament gebunden undträgt die Aufschrift: „Au entin us vom Jamer / vnndNoth des Türckhen halben, wo es herkome vnd/wie Ihmzu begegnen: Itom von der statt Rogen-/spurg vnd Hertzogon Inn Baiern / nr. 3. /VonPaulo Hectormaior." Auf der Vorderseite des Vorschla<r-
*b
1 L. c. S. 101 Anmerkung 1: H (Hector Mayr), W (Werdenstein),,1 (.Tagemann).
= Mirsching, Versuch einer Beschreibung merkwürdiger Biblio-theken Teutschlands II S. 13f>.
3 S. über ihn die Biogr. bei Stetton (der Jüngere), Lebens,heschreibungen zur Erwockung und Unterhaltung bürgerlicher Tugend.Zweite Sammlung, Augsburg 1782; Vogt in der Allg. d. Biogr.Bd. XX S. 121.