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Des Ritters Hans Ebran von Wildenberg Chronik von den Fürsten aus Bayern
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LII
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LH

und Taten Ebran in der Vorrede zu seiner Chronik mitso grossem Nachdruck hinweist, geht er verhältnissmässig nurflüchtig hinweg, weniger erzählend als charakterisierend , wiesich denn dieser ganze Abschnitt mehr wie die Plaudereieines auf hervorragende, ihm wohl bekannte Persönlichkeitender jüngsten Vergangenheit zurückschauenden alten Herrendenn als eigentliche Geschichtserzählung liest. Dem ent-spricht es, dass hier fast gar keine Jahreszahlen vorkommen,falsche Eigennamen angegeben werden, andere, und zwar nichtwenige, die dem Chronisten im Augenblicke nicht gegenwärtigwaren, einfach durch N N ersetzt sind, l was in den früherenPartieen der Chronik nur ausnahmsweise geschieht, und dassdie Neigung E b r a n s zum Anekdotenhaften, die schon vorherdann und wann nicht etwa zum Schaden des Werkes,zu Tage tritt, 2 nun die Oberhand gewinnt. Wir erinnern andiewäre und schöne Histori" von der Wahl des Me seh bot(Jagiello) zum König von Polen und von dessen Bekehrungzum Christentum, an die Erzählung von der Verhandlungam Hofgerichte des Herzogs Johann von Neumarkt, an dievon den Erlebnissen des zum König von Dänemark erhobenenHerzogs Christoph und des von diesem als Boten ver-wendeten treuen Murher, an die ansprechenden Züge aus derJugend des Herzogs Ludwig des Reichen und seines damaligenFreundes, des Markgrafen Albrecht von Brandenburg,an die Einzelnheiten aus dem Leben des Kurfürsten Friedrichvon der Pfalz.

Was mochte den Chronisten veranlassen, gerade dieGeschichte seiner Zeit so stiefmütterlich zu behandeln? Erlässt die Gründe hiefür selbst an ein paar Stellen seinesWerkes deutlich erkennen. So sagt er in den zwei letztenAbsätzen desselben, in welchen er, wie schon erwähnt, HerzogGeorg nennt und die Söhne Albrechts III. aufzählt:DerHistori mag noch nicht geschrieben werden", weil sie, so istzu ergänzen, noch am Leben sind. Es war also die AnsichtEbrans, dass es für ihn, der an einem der bayerischen Höfeein hervorragendes Amt bekleidete, nicht schicklich sei, sichüber Mitglieder des wittelsbachischen Hauses, mit denen ihn

1 Schon von Keller festgestellt. L. c. S. 137.

2 Es sei darauf hingewiesen, wie er die Geschichte des schlechtberatenen Königs Jerobeam (BI. 22^) und der Lukretia (Bl. 10"), sowie denVerkauf der dreissig Juden um einen Pfennig (Bl. 28 b ) hereinzieht. Auch

die Eindsmaul- und Schweppermannsage tragen anekdotenhaftenCharakter.