(70)oben sub lit. L. beygelegt/ allergnädigst ergehen lassen; Derohalben dannLand=Stände von Ritterschafft diese ihre Uniones, nach dem Inhaltsolchen 8ten Articuls des Haupt-Recessus nicht allein nicht vor cassirt undrasirt halten können / sonderen verhoffen vielmehr / daß sie deroselben effectsnoch von Rechts wegen werden würcklich zu geniessen haben/ indeme nichtallein in Krafft derselben, die jenige von den Land-Ständen, welche diesen also genanten Haupt-Recess unterschrieben, ihr Recht zu derselbenpræjuditz zu vergeben nicht bemächtiget gewesen seynd / sonderen auch IhroHoch-Fürstl. Durchl. Sich bey Dero de Anno 1641. sub num. 8. beygeleg„ten Reversali dahin, wie daroben angezogen, außdrücklich bey ihrenFürstlichen Ehren, wahren Worten, und Trewen reversirt, daß sie dasjenig, was den Privilegien, Alten Herkommen, Gewonheit, Freyheiten,„Recht und Gerechtigkeiten gemäß / auch die von den Ständen zum offte-„ren übergebene Beschwärungs-pacta, vermög der Käyserl. decreten / re-„solutionen / mandaten und rescripten / so viel die Stände betrifft / recht fest„und unverbrüchlich vor Sich und Dero nachkommende Hertzogen zuGülich und Berg observiren und halten sollen und wollen, auch schaffen„und thun, daß nieniands Ihrentwegen dagegen etwas vornehmen und„attentiren solle, mit dieser gnädigsten Erklärung, wann von Ihro oder„Ihrentwegen directe sive indirecte dagegen in einem oder anderen etwasvorgenommen verordnet, oder gehandelt werden solte, daß solches jetzo„als dann / und dann als jetzo zumahlen nichtig / und null, nichtswürdig„und krafftloß seyn und bleiben, auch die Land-Stände und Unterthanen,demselben was alsolchen ihren Privilegien, Gewonheiten, Alt Herkom-„men, Freyheiten, Recht und Gerechtigkeiten, so dann den decretis, re-„scriptis, oder decisionibus zuwider angestellet oder befohlen werden möch-„te/ keines wegs zu gehorsamen/ oder demselben zu pariren verpflicht undverbunden seyn solle.Bey dem 9ten Articul ist das gravamen auch sehr schwär und offenkün-dig / dann obwel die jura Principum, als da seynd armorum, foederum, & aliasimilia &c. de quibus in §. gaudeant instrument. pacis einig und allein denReichs-Fürsten und Ständen competiren, so kan doch nicht in Abred ge-stelt werden, daß deren exercitium in allen Reichs-Ständen auff gleicheMaß und Weise, und æquè absolutè gebühren thue, da in einigen FurstenThumben und Reichs-Land- und Herrschafften dependiret solches jetztbe-rührtes exercitium à mero & libero arbitrio des Lands=Fürsten und Ober-keiten / in einigen aber guten Theils mit von den statibus provincialibus inKrafft Ihrer wohlhergebrachten Privilegien, und mit dem Lands-Herrenauffgerichteten pacten und Verbündnussen, wie daroben schon auß desSächsischen Cantzlers von Seckendorff in seinem Teutschen Fürsten-Statmit mehrerem ist angewiesen worden / und bezeuget dieses ferners in specie,so viel die Fürsten-Thumben Gülich und Berg betreffen thut, der Autordeß Ost-Friesischen Accords=Buch in hisce formalibus: Sunt enim Provin-ciæ adhuc in Germania, ubi proceres decernendi ac decidendi authoritatepollent, v. g. in Friſia Orientali, Ducatu Juliæ, Cliviæ & Berghenſi &c. & paulopoſt inquit: omnes enim Principatus ſæculares & Eccleſiaſtici, nec non Comi-tatus Monarchiarum instar reguntur, atque imperfecta sunt regna, ita tamen,ut alicubi Principum potestas sit libera, alicubi restricta temperata ordinibusProvincialibus, quos vocant Land-Stände: hactenus ille, mit welchem derbekante Glossator instrumenti pacis Burcholdensis übereinstimmet / undferner hinzu thut: in Holsatia quoque Nobiles adhuc magna authoritate pol-lent; hi enim arces & prædia pleno jure ac Dominio quemadmodum Germa-niae Comites cum libertate &c. obtinent, man wil nur von dem Kieler Umb-schlage / und wie die Holsteinische und Dähnische Ritterschafft dabey zuDero
Druckschrift
Revers Beeder Hoch-Fürstlichen Durchleuchtigk. Ernsten Markgraffen zu Brandenb. u. Wolffgang Wilhelm Pfaltz-Graffen bey Rhein de dato Düsseldorf d. 21. Juli 1609
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70
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