Druckschrift 
Revers Beeder Hoch-Fürstlichen Durchleuchtigk. Ernsten Markgraffen zu Brandenb. u. Wolffgang Wilhelm Pfaltz-Graffen bey Rhein de dato Düsseldorf d. 21. Juli 1609
Entstehung
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(60)9bündnisse de Anno 1496. alle und jede jura, privilegia, Gewonheitenund Herkommen, warauff sich der Eyd blößlich fundiret, auch für Sichund Dero Nachkommen stett / fest / und unverbrüchlich / erblich / ewig-lich, erbarlich, auffrichtig und frömblich zu halten und zu handhabenversprochen.Dahero dann Land=Stände auch dabey biß hiehin unturbirt gelas-sen worden seynd, und solches umb desto mehr, weil es in dem wissent-lichen Alten Herkommen, Gewonheit, Recht und Gerechtigkeit, wievorhin gemeldet, gegründet ist, und erfolglich naturam inveteratae con-suetudinis obtiniret hat. Paul. Matth. Wenher in pract. suis obs. in verb-Herkommen / qualis illa dicitur, quae est praescripta 30. vel 40. annorumspatio, quo tempore non solum illa, quae praeter, sed etiam quae contra juscommune sunt, praescribuntur. Gail. 2. obs. 31. n. 3. Quanto autem magissciente & non contradicente Principe; & sic tempus est immemoriale, quodnon solum arguit bonam fidem, habetque vim concessionis & privilegii àPrincipe legitimè obtenti & Privilegio in omnibus æquiparatur etiam in re-servatis Principis quoad subditos, Matth. Wesemb. cons. 181. n. 15. Zachar-Victor de caus. exempt. Imp. conclus. 17. sed etiam habet vim donationis, vimcontractus, vim justae causae, vim tituli, vimque juris plenissimi Dec. in l. tra-ditionibus C. de pact. n. 11. So ist ja das gravamen bey dem 2ten Articuloffenkündig / indeme Land-Stände von solchem Alten Herkommen ab-stehen / sich ihres gewöhnlichen Eyds der darin vermelter Union halberbegeben / und eine solche newe formulam juramenti purae taciturnitatis an-nehmen sollen.Bey dem dritten Articul seynd die verschiedene gravamina also klarund offen-kündig, daß ein jeglicher, deme nur die Beschaffenheit derGülich und Bergischen Ritter-Sitzen, so der Geist-Adlichen, Freyen-und Lehn-Güteren, deren alte Freyheit und Natur einiger massen be-kant, dieselbe von sich selbsten gnugsam erreichen und fassen kan, sinte-mahlen so viel die Adliche Ritter-Sitz betreffen thut, da dieselbe, undderen zugehörige Landerey und appertinentien ab omni ævo von denSteuren und Collectis frey geblieben / und Land=Stände von Ritter-schafft in plena possessione vel quasi hujus libertatis von den Graffen undHertzogen zu Gülich= und Berg sine ulla etiam minima interruptione ge-funden, und darinnen bißhero unbeeinträchtiget gelassen worden seynd,wil denselben bey diesem also genanten Haupt-Recess, wan sie dieserFreyheit ferners geniessen, so dann wegen ihrer Adlichen Sitze zu denLand-Tägen beschrieben werden wollen, aufferlegt worden, daß sienicht allein beweisen sollen, daß solche Adliche Sitze und darzu gehörigeGüter und Landerey Anno 1596. von den Steuren und Anschläge auchGewinn und Gewerb frey gewesen, sonderen auch, daß solche Sitze auffAdlichen unschatzbaren Grund erbawet, welches gar schwär würd bey-zubringen seyn / weil zwar ausser allem Zweiffel / oder doch ex legali prae-sumptione der grössester Theil derselben, ehe und bevor in den HertzogThumben Gülich und Berg einmahl einige Collecten gegeben worden /erbawet gewesen / aber doch bey dem onere probandi fortè propter perditainstrumenta vel alias viele difficultant finden dörfften / & probatione defi-ciente, ins künfftige keine oder doch gar wenige ihrer Sitzen halber zu denLand-Tägen beschrieben, und von der so hoch praejudicirlichen descriptionfrey bleiben, welches nicht allein den allgemeinen Rechten, sondern auchdeß Reichs-Satzungen/ und in specie dem Reichs-Abscheid zu Nürnbergde Anno 1553. §. Und dieweil rc. solches außdrücklich widerstrebet / alswobey der Oberkeit alle die jenige Unterthanen/ welche sie vermög derRechten und Altem Herkommen / zur Steur anzuhalten oder darmit zubele