53lebit aetas, est ea, quae per jurata pacta sponsores adhibet Deos.Gleichwie nun dieses in thesi nur zu Bestärckung der gerechtsa-men der Gülich- und Bergischen Ständen angeführet wird; Alsoprotestiret man allerseits am feyrlichsten, daß man in hypothesi DeroHoch-Fürstl. Durchl. Hoher aequanimität, Verstande, Gaben undGemühte so wenig als Deroselben juribus derogiren oder beeinträchtigen wolle. Vielmehr aber und hingegen nur beweisen, daß Sie un-gezweiffelt gegen Ihre eigene angeborne Reichs= und Landberühmteaequanimität, natürliche inclination und Zuneigung, gegen solcheklare undisputirliche und in allen Rechten und der gantzen Welt praxifundirte argumenta, welche Sie selbst auch vor diesem als höchstbilliggehalten und gerühmet, durch ungleiches, linckes Angeben und Vor-träge einiger passionirten, abgekehret, und im Gegentheil die getreweRitterschafft, als wolte Dieselbe Sich vergeßlich mit zu Stul setzen,und Dero Hohe Jura und Fürstl. dignität Sich zueignen, in einen un-verantwortlichen Verdacht gezogen/ erfolglich Haupt und Glieder höchst-schmertzlich collidiret werden. Von welchen Consiliariis Cicero gar wolund vernünfftig ſchreibet:Qui ſtadium currit, eniti & contendere debet, quàm maximè poſſit,ut vincat, supplantare eum, quocum certat, aut manu depellere nullomodo debet: Sic in vita sibi quemque petere, quod pertineat ad usum, noniniquum est, alteri surripere, jus non est.Daß nun die Gülich- und Bergische Land-Stände solche Unter-sassen seynd / welche nicht absolutè & illimitate à mero arbitrio ihresLands-Fürsten dependiren / sonderen nach ihren und deß Lands-Frey-heiten, Privilegien, Alten Herkommen, Gewonheit, Recht und Ge-rechtigkeit jederzeit regiert / und auff den Land-Tägen nit allein votaconsultiva, sonderen auch decisiva geführt haben, auch zu den wichtig-sten Sachen zugezogen und adhibirt werden müssen / bringen nit allemdie Land-Tags prothocolla de saeculo ad saeculum, sonderen auch die actapublica klärlich mit sich / als in specie die Concordata zwischen Kay-ser Carl dem V. Glorwürdigsten Andenckens / und Hertzog WilhelmHochseligster Gedächtnus im Jahr 1543. den 2. Jan. auffgerichtet,wie ab der sub num. 14. hiebeygehender clausula concernente zu er= N. 14.sehen / item die pacta Dotalia zwischen Hertzogs Wilhelm von GülichTochtern Fraw Mariä / und Hertzogs Johan von Cleve Sohn / auch Her-tzog Johann genannt, An. 1496. auffgerichtet, worauß die Clausulæ N. 15.concernentes sub n. 15. & 16. hiebey gehen, item die Erb=Verbündnus & 16.unter selbigem dato juxta Clausulas concernentes sub n. 17. Item die N. 17.Preussische Ehe- pacta de anno 1572. juxta clausulam concernentem sub N. 18.n. 18. Welche Stück alle und dergleichen mehr von den Land-Stän-den als mit Compaciscenten unterschrieben werden müssen / wie danndieser punctus auch hernechst bey dem 9. Articul noch ferner behauptetwerden soll.Daß auch Ihro Hoch-Fürstl. Durchl. und die vorgewesene Hertzo-gen zu Gülich und Berg Dero Gülich- und Bergischen Land-Stän-den ihre Freyheiten, Privilegia, Altes Herkommen, Gewonheit, Rechtund Gerechtigkeit / pet tot pacta & Reversalia nit obenhin sonderen excertâ scientiâ confirmirt/ und bestättiget / weisen das Reversale de Anno1609. sub n. 1. das Anno 1641. sub n. 8. der Vergleiche de Anno 1649.sub n. 7. das Reversale von selbigem Jahr sub num. 9. das pactumReci-G3
Druckschrift
Revers Beeder Hoch-Fürstlichen Durchleuchtigk. Ernsten Markgraffen zu Brandenb. u. Wolffgang Wilhelm Pfaltz-Graffen bey Rhein de dato Düsseldorf d. 21. Juli 1609
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53
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