Druckschrift 
Revers Beeder Hoch-Fürstlichen Durchleuchtigk. Ernsten Markgraffen zu Brandenb. u. Wolffgang Wilhelm Pfaltz-Graffen bey Rhein de dato Düsseldorf d. 21. Juli 1609
Entstehung
Seite
52
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*(52) p.man mit Gnädigster Erlaubnüsse sagen muß / und ohne das der also ge-nanter Haupt-Recess kundbar nach sich führet / alles in commodum re-gentis nihilque in subditorum & speciatim status equestris vergiren soll / wel-ches der Aristoteles pan Basileam nennet / und saluti & utilitati publicaesubditorum opponiret wird; So sehen die Stände von Ritterschafftund Stätten nicht / wie man allhie das jus naturae, cujus primi effectussunt neminem laedere, suumque cuilibet tribuere; und das jus gentium,cujus summa ratio salus populi est, retten / und mit dem Haupt=Recesscompatibel machen wolle.Hingegen aber zielen in Warheit verschiedene dessen Articuli nichtallein Schnur gleich zu unwiderbringlicher laesion deß grössesten Theilsder Hauptseligsten Unterthanen der Gülich- und Bergischen Landen:Sondern limitiren und fesselen noch dabeneben der Stände längst durchvorerzehlte verschiedene Wege acquirirte Jura und Privilegia dermassen /daß ihre von undencklichen Jahren her, und biß dato zu, erwiesenegrosse Trew und theur erworbene meriten / dadurch fast auff einmahlwann selbige gelten solten / exspiriren müsten / ob wohl dieselbe nichtallein von jetzt regierender Hoch-Fürstl. Durchl. Herrn Vatter Hoch-seligster Gedachtnus gebilliget / sondern auch von Ihr selbst bey Fürst-lichen Ehren, Treuen und Glauben, und also vermittels eines Eydeszu Gott dem Allmächtigen Anno 41. den 12. Septembris, und Anno 49.den 3. Novembris bestättiget und confirmiret worden.Dann obschon solche formula keine vocationem Dei in testem expli-citam im Buchstaben nachführet, wie von Fürstlichen und hohenStandes Persohnen auch nicht erfordert wird; So ist doch nicht inAbrede zu stellen / daß Sie nit weniger auch in foro fori, als wann solchesgeschehen wäre / bindet. Wie solches nicht allein alle Teutsche Juriscon-sulti einhellig / sonderen auch die Casuisten bezeugen. Confer Pat. Bu-senbaum Med. Theol. Mor. cap. de Juram. §. 4.Und zwar nicht ohne Ursache, dann gleich wie nach der Theolo-gorum & Politicorum Lehre omne regnum bonum imitatio Dei seyn soll/und in der That ist / und daher die Oberkeiten den herrlichen titulum inSacra Scriptura überkommen haben, daß Sie Götter genennet wer-den; Also müssen dieselbe auch auff ihre Ehre und Worte, wie Gottselbst / unverbrüchlich halten / und dadurch als ein warhafftiges speci-men imitationis Dei, die Herrlichkeit ihres Ampts / und daß sie GottesScepter auff Erden tragen / beweisen.Dahero billig alle cordati Jurisconsulti und Politici nicht sowohl denen Principibus das utile als das honestum recommendiren/und hingegen keines Weges deß Ephemi Atheniensium Legati maxi-mam: Viro Principi & urbi Imperium tenenti nihil inconveniens essedum utile, gutheissen oder zulassen. Welches dann desto mehr Platzfindet / wann die Oberkeit sich entweder durch einen formalen odervirtualen Eyd ad honestum verbunden hat. Illius enim effectus prae-cipuus est praecidere controversias, wie solches ipsa Scriptura Sa-cra veruhrkündet, wann Sie in epistola ad Hæbræos sagt: Om-nis disputationis finis est juramentum rem sanciens. Und solcherunwidertreiblicher Lehre haben sich die die Heyden ex solo luminenaturae quamquam multum ex primo lapsu obscurato confirmiretwann sie sagen / quod testis inter Deum & homines juramentum sit,und daher der Halicarnassensis gar schön concludiret: Ultima fi-des inter homines tam Graecos quam Barbaros, quam nulla de-lebit