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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert
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Strömungen ihren Charakter zu bewahren gewufst hat, liegt in den persönlichen Eigenthümlich-keiten des Mannes begründet. Lessing war unter seinen Collegen nicht nur der Stärkste, sondernauch der Vielseitigste, und er war der Erste, der die Geschichtsmalerei von ihrer reinsten Seite,ohne die damals fast unvermeidliche Beimischung von sentimentalen und romantischen Zuthaten,auffafste und wiedergab. Dafs er während einer gewissen Zeit bestimmte Stoffe, die ihm seinerErziehung und seinem Wesen nach am Herzen liegen mufsten, bevorzugte, hat ihm sogar denVorwurf der Tendenzmalerei eingetragen, was um so verwunderlicher ist, als es doch niemals

JULIUS ROET1NGBildnis des Malers C. F Leshing

Jemanden eingefallen ist, Denjenigen, welche aut dem entgegengesetzten Standpunkt standen, den-selben Vorwurf zu machen.

Vor allen Dingen war das Naturgefühl bei Lessing von gröfserer Stärke und Innigkeit, als bei denmeisten seiner Zeitgenossen, und es war ebenso ein selbstverständlicher Ausflufs dieses Naturgefühls,wie eine Folge des Zwanges, in den ihn der Stand der damaligen Figurenmalerei zunächst gebannthielt, dafs er von Anfang an mit gröfstem Erfolg sich der Landschaftsmalerei widmete und mitSchirmer zusammen als Hauptbegründer der später so hochberühmten Düsseldorfer Landschaftskunstbetrachtet werden mufs. Wie er dabei mit Vorliebe die freie Natur mit dem Menschen zusammen,oder umgekehrt den Menschen innerhalb der Natur betrachtete, das ist ein ganz moderner Zug, denwir in unseren Tagen mit noch gröfserer Entschiedenheit sich geltend machen sehen. Dieses

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