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Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert
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II. Kapitel

Die kurfürstliche Akademie

EINE Wendung zum Besseren trat erst unter der Re-gierung des nächsten Kurfürsten Karl Theodor vonSulzbach ein, der als Neffe der Tochter seines ohneNachfolger gestorbenen Vorgängers Karl Philipp imJahre 1742 die Pfalz und somit auch die jülich-cleve-schen Lande erhielt.

Der Stadt Düsseldorf wohlwollender gesinnt, alsKarl Philipp, verlegte er seine Residenz wenigstenszeitweise hierher, und wenn er auch kein so ener-gisches und selbständiges Kunstinteresse besafs, wieJohann Wilhelm, so fand doch unter seiner Regie-rung die Gründung desjenigen Instituts statt, an dasdie ganze spätere Düsseldorfer Kunst anknüpft.

Die eigentliche Seele dieses grundlegenden Vor-gehens war ein Maler und zwar ein geborener Düssel-dorfer; und so wenig er als Künstler bedeutete, soist doch nach dem Kurfürsten Johann Wilhelm er alsder zweite Begründer der Düsseldorfer Kunst anzu-sehen. Wilhelm (nicht Johann) Lambert Krähe wurdeim Jahre 1712 geboren und führte ein wechselreiches,abenteuerliches Leben. Die Eindrücke seiner frühestenKindheit mögen ihn zur Wahl des Malerberufes be-stimmt haben, dem er aber nur unter besondererUnterstützung verschiedener Gönner nachgehen konnte.Im Gefolge eines Adeligen kam er nach Italien, woer gelegentlich unter grofsen Entbehrungen seinenNeigungen als Künstler und Kunstsammler nachging.Im Jahre 1755 empfahl ihn der Cardinal Valenti demKurfürsten von der Pfalz, und so kam Krähe wiederin seine Vaterstadt, um nun hier mit der gröfstenZähigkeit seine Pläne zu verfolgen. Es ist nicht ganz klar, übrigens auch ziemlich gleichgültig,inwieweit ihn dabei kunstliebende Begeisterung und weitschauende Ueberzeugung von der Bedeu-tung der Rheinlande als ältesten deutschen Kulturbodens für eine zukünftige deutsche Kunst leitete,oder aber Ruhmsucht und — Gewinnsucht. Jedenfalls spielten auch diese keine kleine Rolle beidem zielbewufsten Vorgehen Krahes. Zunächst wurde er nach dem Tode des Malers GerhardJoseph Karsch, der seit der Regierung von Carl Philipp die Galerie verwaltet hatte, zum Directoroder, wie der Titel lautete, zum Inspector derselben ernannt, und sehr bald begann er in Verbin-dung mit der Galerie eine Zeichenschule auf eigene Faust einzurichten, bei der ein Theil dergrofsen Sammlungen, die er aus Italien mitgebracht hatte, als Studienmaterial diente.

Wann aus dieser Zeichenschule definitiv die kurfürstliche Akademie geworden ist, läfst sichnicht genau feststellen. Zwei Medaillen wurden zur Feier dieses Ereignisses, die eine von dem

POMPEO BATTONIBildnis des Kurfürsten Karl Theodor

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