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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
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294
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Zulage I.

r.K°r. V,4 -

er wohl im Gefühl der tiefsten Demuth, aberohne Jagen und mit himmlischer, freudiger Zu-versicht. „Nehm' ich's auch ernst genug?"sprach er an Kellermann, „ich soll bald vor demGerichte Gottes stehn!" Nun wusch er sich,zog sich um, und liest sich auf einem Canape'e inMama's Stube tragen. Wahrend des Umklci-dcns sprach er: „Wir wollten lieber nicht ent-kleidet sondern überkleidet werden, auf daßdas Sterbliche würde verschlungen von demLeben."

Auf sein dringendes Verlangen kam der Pa-stor von Melle, und ertheilte ihm die h. Oelung.Wir alle waren zugegen, auch die Leute deS Hau-ses. Der Pastor war ganz durchdrungen von sei-ner Andacht, und völligen Hingebung.

Er war nun fast schmerzenSfrei, schlief ganzruhig, und wenn er wachte, war er wie verklärtin Liebe zu Gott und den Menschen. Unsre Hoff-nung wuchs mit jeder Stunde, daS Gefühl derSchwäche plagte ihn sehr, doch war eine unbe-greifliche Freiheit und Lebenskraft in allen seinenBewegungen. Er selbst schien an keine Genesungzu glauben. Mama sagteihm: Wieglücklich sindwir, unS so zu lieben, daß auch der Tod uns