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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
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Von der Liebe.

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27. Beschließen wir diesen Abschnit mitdem Beyspiel der Demut, welches die Mutterunsers HErrn uns gegeben hat. Als der EngelGottes ihr die höchste Gnade angckündigt hatte,die je einem Menschenkinde widerfuhr, da ^staunte sie nicht, sah nicht auf sich selbst, sahnur auf Erfüllung des Willens Gottes, undsprach, in holdseligen Worten der erhabenstenund demütigsten Einfalt:Siehe, ich bin desHErrn Magd, mir geschehe nach deinem Wort." M. 1, ss-

X.

1. §s möchte vielleicht jemand fragen, wie die-ses so holde als hehre Verhältniß der Liebe zwi-schen Gott und den Menschen, welches der Hei-lige Geist Selbst in so vielen Sprüchen der gött-lichen Schriften mit dem Verhältnisse des Va-ters zu seinen Kindern, ja des Ehemannes zurEhefrau, des Bräutigams zur Braut verglei-chet, sich mit der Furcht vor Gott reime, vonwelcher eben diese Schriften oft und in starkenAusdrücken reden, und welche sie so sehr em-pfehlen, daß ja der Ausdruck Gottesfurcht sehroft den Inbegrif aller Tugend in sich enthält?