Von der Liebe.
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Gott gilt, müssen wir fahren lassen, auf daßEr uns gebe die Gerechtigkeit welche Sein Sohnuns am Kreuze erwarb; Dann gibt Er uns„Gold, das im Feuer gelautert ward" das heißtdie Tugend die aus Liebe zu Ihm fließt; „weisse„Gewände" der erneueren Unschuld, und „die„Augcnsalbe" demütiger Selbsterkenntniß.
vim.
i. §)ie Tugend der Demut ist so sehr der wah-ren Religion eigenthümlich, daß die meistenNationen des Alterthums, auch Griechen undRömer, in ihrer Sprache keinen Namen fürsie hatten, und nur einige Völker, bey denensich heilige Ueberlicferung langer und reiner alsbey andern erhielt, sie zu nennen wußten.
2 . Der grosse und bescheidne Sokrates, derdem „wahrhaftigen Lichte, welches jeden Men-schen erleuchtet der in diese Welt kommt", 2°h.i,s>treu geblieben war, kannte, übte und lehrtedie Demut, wenn auch feiner Sprache das siebezeichnende Wort fehlte. Unter verschiednenAeusserungen dieses wahren Weisen, führ' ichnur Eine hier an: „Nicht von Natur" sagt er,