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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
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Zugabe I.

Gegen Abend kam der Dechant Kcllermannaus Münster. Dieser so geliebte Freund un-srer Eltern, der 16 Jahre wie Sohn in ihremHause gewesen, hatte einen Monat früher zuden Geburtstagen unsrer Eltern kommen wollen,war aber daran gehindert worden. Gott füg-te, daß er itzt kam, und keiner von uns ahnte,welchen Trost Er durch diese Fügung den liebenEltern, welchen Segen Er Kellermann dadurchbestimmt hatte.

Papa empfing ihn mit großer Freud' undHerzlichkeit, und als erhörte, daß Kcllermannam Sonnabend wieder abreisen wollte, spracher scherzend :Sie wollen Sonnabend wiederfort? Nun will ich recht krank werden, dannmuß Kcllermann doch bleiben."

Nachher war Marie Therese allein bei ihm.Er meinte, sie kniete, und sagte ihr freundlich:Betest du für den alten Papa? Sich! wennihr nun alle vor mir stürbet, und nun wäreauch das jüngste Gericht gewesen, und ichallein müßte noch auf Erden fcyn, da müßteich ja sagen: Daraü ist mein TheresclchenSchuld."