Von der Liebe.
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46. Alle Leiden dieser Zeit erfordern Auf-opfrung unsers Willens; sey es durch Gehorsam,sey es durch Ergebung. Wir opfern durch Ge-horsam unfern Willen dem göttlichen Willen auf,indem wir, diesen zu erfüllen, das Gute thun,was zu thun unsrer Natur schwer wird; unddas Böse unterlassen, dessen Unterlassung dieNatur Ueberwindung kostet.
47. Böses zu unterlassen und Gutes zu thun,gebieten zwar auch bloß menschliche Gesetze. Weilsie aber den Willen nur zu zwingen, ihn nichtzu bessern vermögen, ordnen sie Strafen undBelohnungen. Auch Ehre und Schande sindzeitliche Belohnung und Strafe. Höhere An-sprüche hegt die Sittenlehre der Weltweisen, siewill den Willen bessern, da sie aber nicht ver-mag uns die Kraft zu verleihen, das Gute ausreiner Liebe zum Guten zu thun, so täuschet sieuns selbst dann wenn wir in unfern Handlungenihr Genüge leisten, denn das Höchste was sievon uns erhält, beflecken wir mit eitlem Wohl-gefallen an uns selbst. Der Stolz soll uns schad-los halten für das Opfer so wir ihm, nicht derreinen Tugend, bringen. Solches nannte So-krates einen Tausch der Lüste ge^en Lüste; denndieser wahrhaftig weise Mann, der dem natür-
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