2^8 Von der Liebe.
Gegenliebe. Schon Platon sagt: Der Liebendesey mehr göttlicher Natur als der Geliebte.
Z2. Haben nicht wohl viele von uns, inJahren unbefangener Zugend, Männer und Wei-ber die sie nie sahen noch sehen konnten, ihrerTugenden und Liebenswürdigkeiten wegen, mitleidenschaftlichem Enthusiasmus bewundert undgeliebt, sey es solche die in den Jahrbüchern derGeschichte glänzen, wie Numa, wie Lykurg, wieTimolevn, wie Hannibal, wie die Scipione,wie Cato, wie Panthea, Porcia und Arria?Oder solche deren Namen in Homers unsterbli-chen Gesängen ertönen, Diomedes, Hektor,Achilleus, Penelope und Andromache? DieseHelden und Frauen wußten nichts von uns,Jahrtausende rollten zwischen ihnen und uns da-hin ; wir haben keine Beziehung auf sie als dieEine, welche die schönste ist, Liebe zum Schö-nen! reine Liebe!
zz. Was aber ist alles Schöne, alles Gute,auch ber erhabensten und liebenswürdigsten Ge-schöpfe, seyn sie Menschen oder Engel, gegenDen Der allein schön, weil Er allein gut ist?ui.' Der allein gut ist, weil Er allein ist, Der alleinist, weil in Ihm die Urquelle alles Schönen,alles Guten, alles Seyns!