Don der Liebe.
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zo. Wenn ein Mann, wie von einigen Hei-ligen erzählt wird, aus Drang des liebevollenHerzens, einen Menschen den er zuvor nie ge-kannt , in Banden gesehn, ihn zu lösen sich stattseiner hatte fesseln, ja ans graunvolle Ruder derGaleere schmieden lassen, so würde der Gelösetevon Dankbarkeit für ihn durchdrungen seyn.Würd' er nun später näher mit ihm bekannt,säh' er in seinem Erretter einen Mann, der mithohen Gaben des Geistes jede Liebenswürdigkeitder Gemütsart und die Hebung jeder Tugendverbände, würd' er denn nicht diesen Mann vonTage zu Tage mit höherer Verehrung schätzen?Mit zunehmender Lieb' ihn lieben? Würd' ihm,im verehrten, geliebten Freunde, sich nicht einhohes und schönes Ideal kund thun, welches er,unabhängig von der ihm schuldigen Dankbarkeit,des grossen Ganzen wegen, das aus solchen Ei-genschaften hervorginge, mit einer höhern Em-pfindung schätzen, verehren, bewundern, liebenmüßte?
Ä
Weder Jüngling noch Jungfrau, we-der Mann noch Weib, lassen sich, wenn sie feu-rig lieben und zart empfinden, an einer Gegen-liebe genügen, die nur auf Dankbarkeit für Liebegegründet ist. Wahre Liebe ist unabhängig von
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