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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
Entstehung
Seite
234
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Von der Liebe.

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machen? Wenn ich noch suchte den Menschens-al. r,zu gefallen, so war' ich nicht ein Knecht Christi."

zi. Die Eigenliebe, unsre ärgste Feindin,welche wir so gern verwechseln mit der wohl-geordneten Selbstliebe, die sich Gott unterwirft,und sich nicht über den Nächsten erhebt, den wirlieben sollen wie uns selbst; die Eigenliebe wel-che, seit dem Falle Adams, in jedem seiner Kin-der daS Ich an die Stelle Gottes setzen will;die Eigenliebe, aus deren bittern Wurzel alleUntugend sprosset, wird in diesem Leben in kei-nem Menschen ganz vertilgt, obgleich die Gnadeihr die Herrschaft über die Kinder GotteS nimmt.Sie darf ihnen nicht mehr in ihrer eignen GestaltBefehle geben, aber sie nimmt manchmal denSchein der Liebe zu Gott an, und flüstert ihnenbösen Rath ein. . Ward sie berlezt, so will sieihre Empfindlichkeit für heiligen Eifer gelten las-sen; oder, wenn ihr geschmeichelt ward, ihrestrafbare Gefälligkeit für Liebe zum Nächsten.So will sie Ungebundenheit als evangelische Frei-heit erscheinen lassen; Gleichgültigkeit als Duld-samkeit; Unduldsamkeit als Äser. Kurz , sieempfiehlt uns das Böse unter der Larve des Gu-ten, und weiß jeden,bey seiner ihm eigenthümli-chen Schwäche zu fassen. So trachtet auch der