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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
Entstehung
Seite
229
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hcissung bewahret sich seit beynah zwey Jahrtau-senden. Obgleich die Zahl derjenigen welcheSeine wahrhaftigen Jünger sind, klein ist inVergleichung mit denen welche nur mit demMunde Ihn bekennen, so hat dennoch das Evan-gelium die Gestalt der Erd' erneuet, die Sittengcreiniget und gemildert, neue Tugenden gelehrt,von welchen die Menschen, ehe dieses neue Lichtaufging, keinen Begrif hatten, und zeigt nochtäglich an denen, welche bey diesem Lichte wan-deln, was die Menschheit schon hienicden scynwürde, wenn es von der Mehrheit der Menschenangenommen, von der Mehrheit ihm nachgelebetwürde. Ich sage von der Mehrheit, nicht vonallen; denn Unkraut war immer unter diesemWaizen, und die schönsten Tugenden des Chri-stcnthums, die Geduld, die Standhaftigkeit,der christliche Mut, die bewahrte Unschuld unterbösen Deyspielen, die Versöhnlichkeit, das un-erschütterliche Vertrauen in Gott, die Liebe zuden Feinden, diese evangelischen Tugenden wür-ben ihren vollen Wachsthum nicht erreichen,nicht so weit ihren wohlthatig'en Schatten ver-breiten, nicht solche Düfte himmlischer Blütheduften, nicht so herrliche Früchte für die Ewig-keit tragen, wenn sie nicht geübet würden imVerkehr mit den Kindern der Welt, deren Vcr-