214 Von der Liebe.
„daß sie den Kampfpreis erlangen möchten",sondern auch von sich selbst sagt, „er laufe, er„fechte, er betäube seinen Leib, und bring' ihn„unrers Joch, auf daß er nicht, nachdem er an-'^-^""'„dern gepredigt habe, selbst verwerflich werde"?An die von Philippi schreibt er: „Nicht daß ich„es schon ergriffen habe, oder schon vollkommen„sey; ich jage ihm aber nach, ob ich cs ergrei-fen möchte, nachdem ich von Jesu Christo dazu„ergriffen ward. Meine Brüder, ich schätze mich„selbst noch nicht daß ich es ergriffen habe; Eines„aber sage ich: ich vergesse was dahinten ist,„und strecke mich aus nach dem was da vorn ist;„und jage nach dem vorgcsteckten Ziel, zum„Kampfpreise, welchen vorhält der himmlische„Beruf Gottes in Christo Jesu." Dürfen wiruns noch wundern, wenn eine wohlmeinendeSchwärmerin, welche sehr bekannt mit der hei-ligen Schrift war, aber dennoch für sich und fürihre Anhänger ein andres Mittel zur Vollkom-menheit zu gelangen gefunden zu haben wähnte,als selbst die Apostel, welche uns das Geber,die Wachsamkeit, das Ringen nach dem ewigenHeile anempfchlen, wenn sag' ich Madame Gyonsich für die Braut des Hohenliedes hielt? Gotterbarmte Sich ihrer, die sich nie von der Kirchehatte trennen wollen; welcher sie auch bis zum