daß sie behaupteten, ein solcher Seelenzustandder Willenlosigkeit, in welchem die hochbcgna-digte Seele sich so sehr dem Willen Gottes hin-gebe, daß sie selbst nichts wolle, sondern gleich-gültig sey über ihr ewiges Heil und über alleGnaden die sie von Gott erhalten könne, dahernicht verlangen oder beten solle noch wolle, könneein daurender Zustand werden!
17. Fern sey es von uns, diese Schwärmerfür Heuchler zu erklären, aber wer sieht nichtein, daß ihr Irrwahn so gefährlich als unsinnigsey ! «Zu welchem Stolze mußten sie, welche diewahre Demut im höchsten Grade zu haben glaub-ten, gelangen, indem sic glaubten, daß sie überalle Mittel welche Gott zu unserm Heile geord-net hat, erhoben wären! Wähnten sie in einemhöheren Zustande zu scyn als Jsa'ias war unddie Seraphim, die er sah vor dem Throne desHErrn, als sie mit zween Flügeln ihr Antliz,mit zween Flügeln ihre »Flösse bedeckten, mitzween Flügeln flogen, und einer dem andern zu-riefen: „Heilig, Heilig, Heilig ist der HErr„Sabaoth, die ganze Erd' ist Seiner Ehre voll!" 2s-Mähnen sie sich über Paulus erhaben, der nichtnur seine Korinthier ermahnte, gleich den Wet-kampfern der griechischen Spiele, „zu laufen,