Von der Liebe.
»07
es ihnen zulaßt, täglich, in bestimmter Zeit (a)der Betrachtung und Beherzigung der göttlichenEigenschaften, der göttlichen Erbarmungen, derLehren unsers heiligen Glaubens, und der De»mütigung über unsre Sünden, der Vorstellungdes Lebens und des Leidens Christi, der Erfor»schung unsrer geistlichen Bedürfnisse, dem Schö»pfen aus der Fülle göttlicher Gnaden obzuliegen»Nicht mit Leichtsinn-, nicht oberflächlich, dennes gilt unser ewiges Heil! Nicht mit ängstlicherScheu, denn wir legen uns, so wie wir sind,«nserm himmlischen Vater bar, beten aus derTiefe des Herzens sprachlos zu Ihm, halten Ihmdar das Verdienst Seines lieben Sohnes. Un-ser beständiges Bedürfniß ist Liebe zu Gott! Ver-mehrung dieser Liebe! Nach ihr müssen wirseufzen! flehen um sie! ringen nach ihr im Ge-bet ! und wie der Erzvater als er mit Gott rang,
(a) Zeder kann durch die Erfahrung lernen, daß «nSjede Uebung leichter und fruchtbarer wird, die wirzu bestimmter Zeit vornehmen. Da, .dem wahrenSprüchworte nach, die Morgenstunde Gold im Mundehat, so ist es desto billiger, daß wir die Erstlingedes Tags, in Betrachtung und Gebet, unsermHErrn zum Morgenopfer darbringen , so wie diespäte Stunde des Abends sich zum Abendopfer dervor Gottes allsehendem Auge angestelltea Selbstprä-fung am besten eignet»