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Ein Büchlein von der Liebe : nebst dem Schwanengesange des Verstorbenen und zwey Zugaben
Entstehung
Seite
149
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Von der Liebe.

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Widerspruch mit sich selbst, sagten andrer Gottwerde durch unser Gebet nicht bestimmt, den-noch scy das Gebet wohlthätig, weil es unsTrost im Leiden und Vertrauen in Gott gewähre;und in so fern sey es Gott wohlgefällig. Wieso? Ein auf Wahn gegründeter Trost, ein aufWahn gegründetes Vertrauen, soll Gott wohl-gefällig scyn? Solchen Wahn soll der Gott derWahrheit begünstigen? O der unwürdigen Vor-stellung! Und, wofern sie gegründet wäre, wiedürften denn sie sich erkühnen, durch Bekannt-machung ihrer Lehre, die Menschen dieses ihnenwohlthätigen Trostes, dieses Vertrauens, zu be-rauben? Wie dürsten sie sich erkühnen, dieAbsicht, welche sie Gott beylegcn, zu vereisten?

14. Der mindest unterrichtete Christ, dasgläubige Kind weiß sehr wohl, daß unsre Be-dürfnisse und unsre Wünsche Gott bekannt scyn,auch ohne lautbar zu werden. Das gläubigeKind bittet aber auch sehr oft seinen leiblichenVater, seine Mutter um Erfüllung seiner kleinenWünsche, von denen es weiß daß sie den Elternlängst bekannt seyn, weil es solche schon oftgeäussert hat.

15. Wir bedürfen des Gebets, das ist wahr;