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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
Seite
340
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iiO Wunder Ludwigs.

eyn grofs für cntzunt wart unde verbrante 1 ) das cloister, alfs auch hirvor geschrebinstehit 2 ), darzu alle wonunge zu Reynhartfsborne unde auch das heyligthum. Dashatte der milde furste vor gewifssaget unde verkündet, da he die bencdiction undeden seyn von en nam, unde sprach, das sie vile jamers, schaden unde armuts nachsyner hynnefart ubbergeen sulde 3 ). Darnach alfs der brant unde grosfse schadegescheen was, da sprach eyn trefflicher wifser monch 4 ). 'Nu sehit, aller-liebestin brudere, das uns der getruwe furste vorhyn gesaget hatte, das hat unfsnu leyder ubbergangen; unfser gut unde habe sint verstrauwet, unfser hoffe undeforwerck sint von roube verstoret, die gebuwe sint niddergefallen unde vergangen,unfser armen lüde unde undersasfsen sint verjaget, unfser narunge ist gar donnewurden, wir lyden gebrechin an kledern unde an andern dingen, die zu unfser noit-dorfft gehorin; groifs armud unde kommer hat mit uns ubbernhant genommen. Wassal ich me sprechin? Die lüde enhan keyne ynnickeyd nach gnade me zu unfs; der

*B1. 246. *fursten unde hern ere unde erbarkeyd, die sie zu unfs etzwan hattin, die ist nuzumal verswonden, unde efs enoppert, bescheydet noch engibt nymant nichts mee,sundern wir werden bescheddiget von allen luden unde under die fusfse getreden.Das grymme für hat vertzert unde verbrant die altaria mit dem heiligthum, bucher,kelche, messegewande, mit aller tzirheid, die zu gotsdinste gehöret. Wir musfsinbekennen unde sprechin mit dem propheten: "herre, alle das bedrupnisfse, das unsubbergeet, das kummet von dyme gerechtin orteile, want wir han gesundiget widderdich unde sint ungehorsam gewcst dinen heiligin geboden". Lieben brudere, ditjamer unde betrupnisfse muste ubber uns kommen, uff das die prophecie undewissagunge des eddeln forsten war wurde. Ydoch sullen wir hoffen unde beydentroist unde barmhertzikeid uff syne worte, alfs he sprach: "darnach wan das tzytwirt, so wirt uch god der herre umbe mynen willen widder troisten in siner gnade" 6 )-Hirumbe, ir allerliebesten brudere, suln wir godde danck unde lob sagen, unde sulneme vorbafs flifslicher dynen in gerechtickeid unde in heylikeid unfsers lebins.Wir suln ufsroden die schedelichin wortzelen der undogent, uff das an unfs widdergrüne unde ufsslae unde blühe die schonde des alden geistlichen lebins unde geist-licher tzucht in eyme geordenten leben. Auch sal widder ufssprusfsen die sommer-lade der altin') kusschheid, schemede unde reynikeyd. Willig armud sal uns üben,die verfluchte eygentschafft soln wir ferne von unfs triben. Wir suln gutick undebarmhertzig sin unde die armen herbergen, unde vor allen dingen suln wir under

*Bl. 246'. eynander bruderliche truwe *unde libe verwaren unde tragen, so wil god derherre mit unfs in dusfsem monster wonen, unde wil unfs geben in richer gnugedeunfse narunge, unde wes wir bedorffin zu libe unde zu sele 7 ). Nu sehit undemircket, wy uns der almechtige god nach dem finsteren ungewittere grosfses jamers,schaden unde bedrupnisfses widder getroist hat in siner barmhertzickeyd mit demlichtin glantze siner gnade, sunderlichin mit grosfsen tzeichen unde wunder-wercken, die he tut unde gethan hat, unde hat gedacht an das dogentliche lebensynes getruwen dyners unde knechts, des eddeln lantgraven, sunderlichin siner elendenmerfart, unde bewifset nu alle tage die heylikeyd synfs lebins. Want in sime lobeunde godde zu eren werden die blinden sehin, die lamen geen, die stornm« 1sprechin, die todin werden leben ig, unde mit wilcherley suchte der mentschebetrübet ist, ruffet he an dusfsen liebin heyligen mit gantzem hertzin unde glouben,em wirt gehulffen zu derselbin frist' 8 ). Hir ist zu mircken, das disfse geschienteunde auch etzliche tzeichin") nicht balde nach dem dode defs seliginrarsten gescheen sint 10 ). Aber umbe der bequemelicheyd willen so ist efsbuche, das die wunderezeichin des andechtigen rarsten allernehist nach-fulgen dem heiligen lebin syner elichin gemaheln etzwan, sent Elisabeth.Dieselbin tzeichen lefsit man in dem 6. buche des seligen rarsten, lant-graven Ludewigs, legenden "), alfs hirnach geschrebin stehit 1 »).

') 74 Z. 24 f. *) 77 Z. 3 f; zurückverweisend auf 74 Z. 24 ff. ?#

G. ist dieser Rückverweis gegenstandslos. ") 74 Z. 25—29. *) Eigener

Zusatz. In der Vorl. sagt das Folgende da- Autor selbst. <M 74 Z. 29 bis

75 Z. 18. ") Vorl. edlin. ') 75 Z. 31 bis 76 Z. 9. ") 75 #■

18—31. ") Nämlich das oben S. 339 erzählte u. unten Nr. 16 ff. 10 ) Sondern

erst seit 1292. ") L. L. (6, 1) 70ffu. (6, 3) 76 ff. ") 76 Z. 18 f.