Druckschrift 
Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
Seite
218
Einzelbild herunterladen
 

218 Landeschronik.

godde unde den heyligen swuren, das er bilcher das lant erbete,wan der junge herezog von Brobant, so sulte sich derselbe er soenalleyne zu dem lande zu Hessen halten, unde sulte sich schriben undeauch bliben eyn lantgrave zu Hessen 1 ). Unde dyt sulte der under-scheyd syn 2 ) czusschen den czween lantgraven zu Doringen unde zu

*bi. 273. Hessen, * das der bonte lewe in dem Schilde des lantgraven zu Hessensulte eyne") gülden krönen tragen, darumbe das sine eltcrmuter sentElyzabeth was von der krönen unde dem kunnige zu Ungarn ge-born 3 ). Defs wart eyn nemelich tag dartzu geleget geyn Ysenach, obder marggrave die 20 hern fynden mochte, die mit eme swerin wulten.Nu hatte frauwe Sophia stareken getruen, wie das er sulcher 20hern nicht finden mochte, die mit eme so feischlichen unde sounrecht ere eyde thun wurden. Hirumbe lifs sie dusfse geschichteso dar geen; unde alfso sehyden sie von dannen, unde frauweSophia czoch widder geyn Margburg- in Hessen. Darnach alfs dertag syn sulte, du czoch die herezogynne, frauwe Sophia, mit erm esone widder in Doringen geyn Ysenach, unde brachte mit er eynrippe von ircr muter sent Elyzabeth, dar dan der marggrave vonMisfsen uff swerin sulte, unde quamen zusammen in sent Katherinenkyrehen 4 ). So was dar bestalt eyn priester, der sulch heyligthurflunde rippe uff den altar drug. Du fragete der marggrave, vonwas heyligen das heyligthum were, da er uff swerin sulte. Da warteme gcantwert von dem priester, efs were eyn rippe von sent Elyz a 'beth. Du sprach der marggrave lachende zu synen hern alsus-'die herezogynne, myne nyftele, gloubet nicht, dywile sie eyn ripP ehat von erer muter, das ich sie ufs Doringen getriben möge'. Undeginck alfsbalde zu, unde legede syne fyngerc uff das rippe, dasdan in eyn wyfs reyne tuch gebunden was, unde swur zu g°"r c

*m 273 1 . unde den heyligen, das he bilcher das lant zu Doringen erbete, wan "ßjunge herezog ufs Brobant 6 ). Darnach gingen die andern 20 hernunde rittere auch darzu unde swuren auch alfso 6 ). Du das frauweSophia sach, do slug sie ere hende zusammen; unde von grosfseff" 3jamer zureyfs sie ere czwene hentschin, die sie an iren handentruck, an fir stucke; unde klagede, all ere lebetage, sie unde ersoen, godde unde alle der werlde uwer sulch groifs unrecht, u°"truwe unde falscheyd des marggraven zu Misfsen 7 ). Unde widder-

i) Hs. eyne.

') Vgl. Kl. Hessenchr. 39 Z. 3—6 derselbe sult syn und blieben eyn " crr ^

Hessenlants, und der ander sult sich zu Grebensteyn.....haldcn; Z. 11—13 Dav

sich nuwe derselbe .....hait geschrieben . . . herre Hessenlanlz. 2 ) Vgl- A.

Hessenchr. Z. 2 mit dem underscheide. 3 ) Bas Letzte wohl nicht aus ^ de f20

vgl. unten das 'meystenteyl' des Gitats. Eigene Zusätze? ') Vgl. Cr. B- b r

Z. 35—37 cum domina Sophia..... repeteret . . . terram Thuringie ab Heinn 1

margravio Missenensi,dies placiti in ecclesiaPredicatorum in Ysenach statuta est. Uvenientes. Es handelt sich aber in der Cr. B. 620 f nicht um Erbrecht und ° c, y r \sondern um Treuhand und ferneren Besitz. ») Wortlaut wie oben in der r

abredung. c ) In der Cr. B. will der Markgraf anfangs Thüringen hc ''^

geben, verweigert es aber dann acquiescens nephandis consiliis genannter J*7 ) Vgl. Cr. B. 621 Z. 1—5: Quod illa audiens pre nimio dolore et ira in f.'L enlacrimata apprehendensque cyrothecas (vgl. 620 Z. 40) disrupit eas; Gott soll rWüber so teuflisches Unrecht. — Zur Bechtsbedcutung der Handschuhe vgl AHess. Volkssitten, 2. Aufl., 118.