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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
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196
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Landeschronik.

eyne dogentliche frauwe, genant Gertrud von Leymbach, zu sent Elyzabethplag zu kummen, unde besprochen sich mit eynander von godlichen Sachen ').Nu hatte die erbar frauwe eynen dyner 2 ), genant Bertold, der quam zueyner czyt mit er zu sent Elyzabeth. Derselbe jungeling hilt sich mitsyner kledunge hoemudig, nach der werlde louft. Du sprach sent Elyza-beth zu eme: 'du heldest dich zumale untzemelichin ; warumbe endynstu nichtgodde, dyme schepper'? Do sprach der jungeling: 'o frauwe, ich bidde uch,das ir god vor mich bidden wullet, das he mir die gnade verlyhen wulle,das ich eme möge gedynen'. Da antwerte sent Elyzabeth unde sprach:'ich wil gerne vor dich bidden, aber du must dich zu der gnade bequememachin unde salt auch bidden'. Do fyl der jungeling uff syne kny undegab sich in syn gebeeth, defsglichen sent Elyzabeth. Alfs sie nu so etz-was lange in erme gebede worin, du bestirnt der jungeling zu raffen undesprach: 'o frauwe, höret uff von uwerm gebede, wante ich werde amechtigvon grosfser hittze'. Nu was eme so heyfs worden, das er damp undeswittzte so vil, das syne kledere nafs wurden, unde slug syne hande herunde der, alfs ob er unsynnig were. Du lyff die erbar frauwe Gertrudunde sent Elyzabeth mayd dar unde hilden en. Da ryff er dicke: 'o frauweElyzabeth, höret uff'. Zuletzst sprach er: 'ich bidde uch in dem namendes hern, das ir uffhoret des bedenfs, wante das für der hittze verborntmich'. Nu was er so heyfs wurden, das diegenen, die en hilden, kume. das gelyden mochten. *Alfso horte sie uff. Dufs wunder geschach in demjare vor sent Elyzabeth dode, in der kirchen zu Werde"), alfs sie dar ge-walt was. Alsus verbrante sent Elyzabeth in dem jungelinge alle begerdeder werntlicheyd, unde entphengete en in der hittze der godlichin liebe,so das er in eynen geistlichin orden ginck. Derglichin geschach vil meer,vor wen sie er gebeeth ted. Alsus schribet her Diderich von Doringen insyme 7. buche von sent Elyzabeth 4 ).

(Hir sal stehin, wie s. Elyzabeth uff erin knyen god biddet vor eynenjungeling; der jungeling mit hoemudiger [kledunge]") auch uff synen knyen;den haltin czwo frauwen.)

* Grosfse hittzige liebe hatte sent Elyzabeth zu godde unde zu synenheyligin. O wie mit grosfser andacht firte sie die festa unde hochgetzytegoddes! O wie mit grosfser ynnickeyd erthe sie der lieben heyligin tage-O wie mit grosfser cziroth unde geluchte wirdigete sie das gebeynttze undeheyligthum der usfserweltin! Wante sie was in follinkummender liebe, inworem glouben, in untzwifeler hoffenunge, in lieblicher wandelunge, in oet-mudiger werckunge, in versmelicher kledunge, in heyliger gottisbegerlicheyd,in schonen gedancken, in reyneme herttzin, in guter consciencien, in lutermverstände, in eynfeldiger klarheyd, in unbeflecktem leben, in flyfslicher an-dacht. Hirumbe was er leben godde angeneme; unde geschach gar dicke,das sie in solcher grosfser andacht unde contemplacion was, das er ge-dancke uffgenummen wart, das sich die engelisschin gesichte er her-scheyntin tag unde nacht, dartzu unfsern hern Jhesum Cristum sach vonangesichte zu angesichte mit eyner grosfsen schar der heyligen engele, dersie dan troiste, sterckete unde mit er koste. Dardurch wart er angesichteverkleret, so das von er strameln gingen, klar alfs dy sonne, die diefrummen mentschin sahen von er glanttzen. Alsus schribet her Didericnvon Doringen, predigerordens, in syme 7. buche von sent Elyzabeth 6 )-

a) Hs. ohne Lücke.

l ) Dietr. nur venit . . . aliquando . . . visitandi gratia. J ) Dietr. . ado J5 s ^f" S

quidam. a ) Dieir. in loco competenti monasterii in Werde; gemeint ist wette ■

*) Dietr. 7, 7 (S. 145) Z. 10—30. Einiges umbestellt. 6 ) Dietr. 7, 8 (P-

145 f) Z 14; 7, 9 (S. 146) Z 6—23.