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Die Chroniken des Wigand Gerstenberg von Frankenberg
Entstehung
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12
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] 2 Landeschronik.

lefsen unde die nicht verlasfsen, so wirdet er mencherley gewar, das sostwole verborgen blibet; nach dem metro: cartas in primis lege, mors nepungat in imis; das dudet, dyne briefFe leefs balde zum besten, uff das dertoit dich nicht steche am lesten.

(Hir sal Julius stehin alfs der irste Romsche keyfser mit syme wapen.) a )

*bi. 6. *Die raithhern zu Roma unde die obberstin des folcks herstochen den

irsten keyfser Julium, uff das sie selbers herschen mochten, nachdem die

lande der Romere woren und vorters die gantzin werk in ere herschafft

quam, alfs man hirnach horin sail.

(Hir sullen stehin die senatores unde die raithhern zu Roma mit ermewapen.) a )*bi. 6'. *Octavianus, Romsch keyser, der dan dufs vorgeschrebin Julius mog

was, der quam zum riche in siner jogent unde regirte 57 jare'). Unde erwas von behendeme gedechtenisfse unde listig, klug unde subtyl in denSchriften der alten Romere unde andere b ) schrifftwifsen. Was er darinnebefant, das dogentlichin was, das nam er vor sich in eyn exempel, nach-zufulgen. Alsus befant er in den Schriften der alten wifsen, das in dengetzytin, alfs der propheta Helyseus in dufsfser werlt was (das was me wanachtehundert jare vor dusfsem Octaviano) *), du was eyn herre des landesvon Lacedemonien adder von Spartanien 3 ), genant Ligurgus*). Wiewole dereyn heyde was, noftent so satzste unde machte er syme folcke gar gerechtegesettze, wilche dan mit dem godlichen unde auch mit dem naturlichenrechte uwereyn quamen. Wante allerley sunde unde undogent die vorstoreter. Alle ackere, garten, wefsen unde gutere die deylte er glich under dasfolk, so das eyner so vil hatte alfs der ander, uff das keyner dem andernzu mechtig adder zu hoemudig were. Das junge folk muste eyn ickelichernicht mee wan alleyne eyn kleyd gebrachen eyn gantz jar lang. Nymantsmuste auch kostlicher kledunge dragcn, sunder eyner alfs der ander. Nymantsmuste auch kostlicher czeren, wan eyner alfs der ander. Nymants mustesyne kyndere in den steddin bie sich behalten, sundern alfsbalde alfs diekyndere er broit verthinen künden, so musten sie uff die dorffere, uff diehoeffe unde uff das lant unde musten ackerganck lernen unde ander arbeydtriben, uff das sie in der jogent nicht musigganges, unkusscheyt, fuelheyt,dregekeyt, dranckenheyt unde andere 1 ") undogende gewonten, sunder arbeytplegeden; unde der kyndere muste keynfs widder in die staid, bissolangedas sie manber worden unde sich änderten. Nymants muste siner tochteibratgobe mitgeben, unde der brudegam endorfte auch nichts nemen adderheisschen, uff das die frauwen unde meydc nicht durch gelt adder g nt'i. bi. B8 1 . genommen | "würden, sondern durch rechte natürliche liebe. Die jungenmusten nicht den reichen, noch den gewaltigen, sondern den alten grofseehre erzeigen. Und dergleichen hat er viel gesetze seinem volck gemachtum des gemeinen nutzens willen; und alles was er gebot und satzte, dasthat er selbst zuersten«). Zu einer zeit da hiesch«') der herr Ligurgus vor-genant al sein volck vor sich und sprach, er wolte hinweg wandern undsich befragen, ob die gesetze recht vveren; hierumb so begerte er von ihnen,dafs sie solche gesetze halten wolten und nicht verwandeln, bis er widerkäme. Die gelobten ihm das und schwuren uff ir eyd. Also zog der herrin fremde lande in ein willig armuth, alle sein«) lebetage lang nimmermehrwider heim zu lande zu kommen, uff dafs die gesetze immer und ewig-lichen gehalten würden. Und so er kranck ward, da bestelte 1 ) er, dals

a) Ausgefährt. b) .,„. c) Lu 7A]Crs{c d) L hies _ e \ JJJ seine

0 A bestellete, U bestellet.

') Bot. 34 Z. 1 u. 10. »j Vgl. Hol. 16 Z. 11 v. u„ 16' Z. 17 »■ «'

1 ) Vgl. Mol. 18 Z. 11. ") So Vinc.