2 Landeschronik. Vorrede.
würdige Beda schreibet über das evangelium Matthci an dem 14. ca-pitel (Audivit Herodes tetrarcha') also: 'dan indencken wir unsern*bi. 32'. muth nützlichen in die heilige schriffte a ), so wir "nicht alleine dietilgenden und den lohn der gerechten vor uns setzen, sondern auchdie ubelthat und plage der bösen bedencken zu einer anweisunge,uns darvor zu hüten; dan wes werck ein iglicher folget, des lohnwird ihm zuletzt.' Hierumb so mögen die vorgeschrieben fürstenzu Hessen wol vor sich nemen die ersten wortc: mementote operumpatrum etc.; ir sollet gedencken der wereke der veter, welche sie gethanhaben in ihren geberden oder gezeiten, und so werdet ir empfangengrofse ehre.
Von den geberden nun und geschichten der erleuchten hoch-gebornen b ) fürsten und herrn der landgrafen zu Hessen und auchvon iren regementen etwas zu beschreiben 0 ), ist zu wissen, nachdembeyde, geistliche und weltliche capitel und stiffte in Teutschen landenire brieffc schreiben, ausgeben und innemen in Teutscher sprach,da doch in vergangen jaren auch die leyen lateinische brieffe gabenund namen, hierumb wird dis d ) gelcse nicht unbilliche in Teutschespräche gesetzt. Und ist zusammengeschrieben in dem jare als man1493. zehlte nach unsers herrn Jesu Christi geburt 1493. Ob nun iemanddis vornemen von vergangenen solchen alten geschichten, vor vielenjaren vorgangen e ), frevelichen und spotlichen bedeuchtc, sintemalniemand itzt im leben, der die') geschichte gesehen oder herlebethette, wen das bedeuchte, der sol gedencken g ), das die klugenphilosophi Salustius Crispus und Titus Livius und derselben nochmehre viel dinges geschrieben, das sie nicht gesehen haben undnicht erlebet, sondern vor iren zeiten viel jare geschehen sind, abersolches haben sie von warhafftigen leuten gehöret oder in glaub-lichen schrifften gelesen; auch sol er gedencken an diejenige, dieunsers glaubens und christenleute gewest seyn, als sanet Hieronimus,der da schreibet in vitis Patrum von des ersten einsidels, von sanetPaulus leben, das er nicht gesehen hat, sondern gar ferne jare vorime gewest ist, darzu sanet Ambrosius, der da schreibet die passionvon der heiligen Jungfrauen Agnes, der sie auch nicht gesehen hat,sondern auch vor ime geschehen war 2 ). Und dergleichen findetman noch viel mehr, die geschrieben haben aus dem munde derfrommen warhafftigen leute oder aus b ) glaubhafftigen schrifften.
Dergleichen ist dis gegenwertiges') buch aus vielen altenhistorien, cronicken und schrifften das k ) beste als blümlein ausgelesenund in diese kleine somme bracht 3 ). Auch sind mit eingezogenetzliche geschichte der babiste, bischoffen, keyser, konige, herren•bi. 33. und andere merekliche geschichte, zu einer anweisunge, den *gutenexempeln nachzufolgen und die bösen zu verschmehen, als auch
a) LU der heiligen schrillt. 1.) A hochgeboren. <•,) AU schreiben,
d) LU das. e) LU vergangen. f) fehlt' LU. s) d. s. g. fehlt L.
b) L auch. ') AU gegenwertige. k) A des.
') Mat. 14,1; vgl. Luc. 9,7. s ) Diese ganze Auseinandersetzung (mit
dem Nennen der Abfassungszeit) ist entlehnt aus Lupus, Vita Wigberü 8. 37f.») Vgl Vincentius 1,1 Z. Uff (Engelhus 978).