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Nachforschung alte ivie junge, ausivärtige tvie einheimische, geschriebenewie gedruckte geschichtliche Nachrichten zu sammeln und ineinander-zureihen, um ein ausführliches Bild von der ganzen Vergangenheitseines Heimatlandes zu gewinnen.
Der volle Name, mit dem unser Chronist selbst sich bezeichnet,ist Wigand ') Gerstenberg 2 ) genannt Bodenbender :i ). Dem zweiten Zu-namen*) gibt er oft die Form Boddenbenders 5 ). Nur Hin verwendeter, indem er sich in jüngeren Jahren Dolcatoris nennt 6 ). Und nurihn, in der lorm Boddenbener, gebrauchen seine Mitbürger das eine-mal, wo wir sie von ihm sprechen hören 1 ). Die Bodenbender wareneine angesehene Frankcnberger Familie. Heinrich Bodenbenders warim Jahre 1492 Bürgermeister 9 ). Ludwig Doliatoris studierte im Jahre1507 zu Erfurt 9 ). Hermann Bodenbender vertrat seine Vaterstadtauf dem Landtag zu Homberg im Jahre 1536 w ). An anderen Ortenin Oberhessen kommen Bodenbender vom 14. bis ins 20. Jahrhundertvor. Dagegen finde ich den Personennamen Gerstenberg sonst nirgendsin Hessen u ). Und da/s er in Frankenberg nicht geläufig war, dafürspricht vielleicht auch der Umstand, da/s man dort unseren Chronistenschon im IG. Jahrhundert irrig Gcrstenberger 12 ) nannte. Dies geschiehtwie in Abscliriftcn seiner Stadtchronik so auch in den baden Ver-merken, durch die der Frankcnberger Abraham Säur (1545 — 1593) alsEinziger uns über die Lebenszeit seines Landsmanns, wohl zuverlässig,unterrichtet. Sie sind enthedten in dem kalendarischen Diarium histo-ricum, das Säur im Jahre 1582 veröffentlichte l3 ). Als Quelle der Datenkönnte man etwa eine Grabinschrift vermuten. Wir hören so, da/'sG. am 1. Mai 1457 geboren wurde. Als von Frankenberg stammendbezeichnet er sieh selbst u ).
Aus seinem Lebensgang erfahren wir zuerst, da/s er mit vollen-
') Ein echt hessischer Name; s. E. Schröder in Protokolle d. V. f. d. Gesch.Göttingens 15 (1007), 60. ') Nicht Gcrstenberger. Vgl. hier unten Anm. 13.
') Guigandus Gerstenberg genant Bodinbender 47.9 (Brief 1517). Vgl. hier untenAnm. 13. 4 ) Sinnverwandt mit Büttner, Böttcher, Fafsbinder, Bender, Küfer-
5 ) Wigandus G. g. Boddinbcndirs 388; Wigand G. g Boddenbendirs 466. 469. 470(Stchr.). ") Wigandus Doliatoris 478 (Urk. 1497). Vgl. Wigant Dolcatoris 478
Anm. 2 (Vermerk auf der Urk.); Wigandus Doleatoris 478 Anm. 3 (Matrikel 1473).— Anders latinisiert die (frühe) Aufschrift der Stchr. (Bl. 1): Guigandus Gersten-berg dictus Vietoris. Vgl. hier unten Anm. 13. Der Name Victor ward im 16. Jahrh-in Hessen sehr beliebt; s. Schröder bei Falckcnheiner, Register zur Matrikel d.Univ. Marburg (1904), 280 f. ') Im unten abgedruckten Schreiben aus dem
Jahre 1517; von hern Wigando Boddenbener 8 ) Frankcnb. Stadtarchiv,
Geschofsregister 1400/99. Vgl. unten 457 Anm. 2. ") Akten d. Erf Univ.
2, 250 Z. 24. i°) Cassel. Landesbibl, Mss. Itass. Fol. 109. Vgl. Säur,
Diarium 318: Herman Bödenbender, ein Ratsperson zu Fr., f 1579 Juli 26-") Ein Caspar Gerstenberg von Frankcnberq in Meifsen studierte 1497 zu Leip-zig; s. Matrikel d. Univ. L. 1, 420 Nr. 6. 1S ) Wohl becinflufst durch'Bodenbender'. ,s ) Diar. hist., das ist Ein besondere tägliche Haufs undKirchen Chronica, Frankfurt 1582. Hier heifst es S. 189 zu Mai 1, dafs andiesem Tage 1457 Wigandus Gcrstenberger gen. Victor, Verf. der FrankenbergischenStadtchronik, in diese Welt geboren; 8. 362 zu August 27, dafs 1522 der ehr-würdige Herr W. G. gen. Budenbender, Verf. der Frank. Chronik, seinesAlters im 65. Jahre, gestorben sei. 'Im 65. Jahre' steht wohl versehentlich für'65 Jahre alt'. Die nach Saurs Tod erschienene Neuausgabc als Calcndariumhistoricum u. s. w., Frankfurt 1594, hat ganz die gleichen Angaben S. 257 u. 476-") 469 (Stchr.) u. 478 (Urk. 1497); dazu 478 Anm. 3 (Matr. 1473).