462 Nr. 283. 1533 Februar 21.-23.
Amicissimus meus Sebaslianus a Rotenhann 1 tibi salutem imperüt.Vale, vir ornatissime, cum optima coniuge et liberis.
Norinbergae 6. idus decembris anno a partu virgineo 1531.Christophorus Scheurl, i. xi. doctor.
283.An Bürgermeister und Rat {1533 Februar 21. — 23.
von Augsburg. Augsburg.}
Widerrät unter ausführlicher Begründung den Eintritt derStadt Augsburg in den zur Sprengung des „Schwäbisdien Bundes"zwischen Hessen, Kurmainz, Kurtrier und Kurpfalz geschlossenen„Rheinischen Bund".
Augsburg, StB: Cod. 2o Aug.399 fol. 50r—53v. Entw.
Firsichtigen, ersamen und weisen, gepietenden lieben herrn,wiewoll mir ain getreues leide, das auf E. Ft. erfordern ich niterscheinen kan, so ist es mir doch vill beschwerlicher, das ichin der kurzen zeit und also gar in der eil (wie begert wirt) meinvorhaben in schritt verfassen soll, das doch mit etlichen beiredenbas mocht erleutert sein worden. 2 Aber ich bedenk, Got der
1 Über den Humanisten Sebastian v. Rotenhan, den Schwager Huttens,vgl. Joachimsen S. 186.
2 Die Anfrage des Rates bei Peutinger war veranlaßt durch einen Briefdes Bürgermeisters und der Geh. Räte der Reichsstadt Esslingen vom 15. Febr.1533, der, wie die Augsburger in ihrer Antwort vom 24. feststellen, erst am21. in deren Hände gelangt war (daraus ergibt sidi das Datum von PeutingersSchreiben). Die Esslinger hatten berichtet, daß Landgraf Philipp von Hessenseinen Sekretär Peter Baidel — mit dem einige von ihnen sdwn früher ins-geheim wegen eines möglidist engen Zusammenschlusses der evangelischenStände verhandelt hätten — zu ihnen geschidtt habe mit der Mitteilung vondem Zustandekommen des .Rheinischen Bundes" (abgeschlossen zum Zweckeder Sprengung des .Schwäbischen Bundes" zwischen Hessen, Kurmainz, Kur-trier und Kurpfalz am 8. Nov. 1532) und dem Antrage, Esslingen solle mitanderen oberdeutschen Städten dieser Einigung beitreten, jedenfalls aber ineine abermalige Erstreckung des .Schwäbischen Bundes" (dessen letzte elf-jährige Erneuerung am 2. Febr. 1534 ablief) nicht willigen, ehe nicht derLandgraf seine Bündnisverhandlungen zu Ende geführt habe. Bürgermeisteiund Rat von Esslingen wollten nun in dieser Angelegenheit sidi nidit ohnevorherige Fühlung mit Augsburg und anderen evangelischen Städten ent-scheiden; sie wüßten, daß Mainz, Pfalz und Hessen gegen die Erneuerungdes Schwab. Bundes seien, und da es auch ihnen selbst nicht geraten er-scheine, diesem nochmals beizutreten, sei es nötig, auf einen Ersatz zu denken,