Nr. 283. 1533 Februar 21—23. 463
almachtig werd euch, mein herren, die gnad und schicklicheitmitteilen, das E. Ft. zu frid und ainigkeit und diser stat zu der-selben erhalten und aufnemen dis fast gros und wichtig sachezum höchsten und vil bas werden beratschlagen, ermessen undbewegen, weder ich in der eil davon kan schreiben; doch ausgehorsam, pflicht und ganzer gutwilligkeit will ich nachvolgendmein gutbedenken in der eil und in kirz in schritt anzeigen, diesachen alle auf Verbesserung, wie billich ist, E. Ft. zugestelt haben.
Die hessisch Werbung beruet alle meins achtens auf dem,dweil die von Esslingen mit dem hessischen secretarien gehandelt,derselb die handlung an sein herren gebracht, der im hat dielassen gefallen, und darauf furter den von Esslingen anzaigt vonainer weltlich oder in weltlichen sachen verstendnus oder ainung,zwischen den vier churfirsten, 1 dem von Hessen und den ober-lendischen stetten furzunemen, und das furter solchs Verstandshalben mit gedachten churfirsten oder etlichen aus inen soll ferrergehandelt werden und demnach die stette nit eilend ain Schwe-bischen pund verwilligen bis auf ferrer handlung. Doch will ichmich auf bemelt Esslinger schritten und die hessisch Werbung,dorin begriffen, gezogen haben.
Demnach sein meins achtens zwo fraugen, als vill E. Ft.und dise stat berurt: Die erst, ob ain pundnus ferrer sei an-zunemen, die ander, mit wiem.
Der ersten frag halben achtet ich gmainer stat zu gutenund, damit die birger freier wandern und handtiern mochten,gut sei, das gmaine stat wider in ainen pund, doch durch gutweg und leidlich mittel kerne. Dan was der Schwebisch pundbisher dem werbenden burger, auch gmainer stat zu guten frideerschossen, des habt ihr, mein herren, wissen, obgleich ain costdarüber gangen ist.
Auf die ander frag, mit wiem ain pund anzunemen seie, be-denk ich, das E. Ft. vorfaren schwerlich durch keiser Friderich
weswegen sie den Vorschlag des Landgrafen für vorteilhaft hielten. DieAugsburger möchten, so hatten die Esslinger sdiließlidi gebeten, die Sacheberaten und ihnen ihre Meinung mitteilen (Augsburg, StA: Literalien. Urschr.).Vgl. dazu F. v. Bezold, Gesdüdite der deutschen Reformation (1890) S. 654;Janssen-Pastor 3™ (1917) S.321f.
1 Dem Rhein. Bunde stand auch Kursadisen nahe.