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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
Seite
447
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Nr. 280. 1530 Sommer-Herbst. 447

Ferrara über den Besitz von Mode na alles zusammen, was sichin antiken Geschichtswerken und Itinerarien sowie auf der„Tabula Peutingeriana" über die Via Aemilia und ihre Fort-setzungen findet, und führt aus mittelalterlichen Historikern undUrkunden Zeugnisse dafür an, daß Modena nicht zu den vonden Karolingern den Päpsten geschenkten Orten gehörte, viel-mehr noch im 13., 14. und 15. Jahrhundert zum Reichsgebiet ge-rechnet worden ist.

Mündien, StsB: Cod. Lat. 4029 fol. 19ir — 198r. Entw. (Die zahlreichenLücken rühren daher, daß die Blätter bei ihrer Einfügung in den Sammel-band unten stark besdinitten worden sind.)

Clarissimo iurisconsulto D. Mathaeo Casellae,

ducali consiliario et apud caes. M tem oratori,

domino et praeceptori observando,

Chuonradus Peutinger Augustanus iurisconsultus S.D.P.

Reddidisti mihi nuper ill mi principis et domini D. AlphonsiEstensis, ducis Ferrariae, Mutinae et Regii etc., domini mei colen-dissimi, literas, 1 quibus me nullis meis meritis, sed innata suaet solita humanitate et benevolentia est complexus. Suae itaqueillnue diu non so i um a g 0> se( j e t re feram et quascumque possumhabebo gracias. Caeterum cum contraversiam <!>, quae nunc apud

Streit zwischen Papst Klemens VII. und dem Herzog Alfonso von Ferraraum den Besitz von Modena und Reggio (vgl. darüber Pastor 4, 2 S. 382 u.O.Jgegenwärtig beim Kaiser anhängig sei, muß er zwisdien dem 21. März 1530(an weldicm Tage Klemens VII. sich mit Karl V. dahin einigte, daß dieserbinnen sedis Monaten über die Zugehörigkeit der strittigen Orte endgültigentscheiden solle: Pastor 4, 2 S. 388) und dem 21. April 1531 (Sdiiedsspruchdes Kaisers zugunsten des Herzogs: ebd. S. 460: das genaue Datum nachL. A. Muratori, Antiquitä Estensi2 S. 358) gesdirieben sein. Noch weiter führtPeutingers Bemerkung (S.456), daß er dem Empfänger des Sdircibens Werkedeutsdier Gesdüditsdireiber zum Lesen geliehen habe: er hat demnadi mitihm in persönlidiem Verkehr gestanden. Dafür aber bietet sidi innerhalb dervorhin angegebenen Zeitspanne keine wahrsdieinlicherc Gelegenheit als derAugsburger Reichstag von 1530, an dem Casella vermutlich als Gesandterdes Herzogs von Ferrara — ein solcher ist, allerdings ohne Namensnennung,erwähnt in Clemens Senders Darstellung des Augsburger Reidistagcs: ChDSt 23S. 272; vgl. audi in der Übersdirift unseres Briefes die Anrede Casellas:apud caes. M tem oratori — teilgenommen hat. Als wahrsdieinlidistes ungefähresDatum des Briefes ergibt sidi aus alledem die Zeit des Augsburger Reidis-tages von 1530, der am 20. Juni eröffnet, am 19. November mit dem Erlaßdes Absdiiedes gesdilossen worden ist. l Nidit erhalten.