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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
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446
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446 Nr. 280. 1530 Sommer-Herbst.

rogo legas Conlectiones meas, 1 et si quid emendandum putaveris,rogo rescribe ac exemplar remitte. Nollem ego occasionem prae-stare, ut ad invicem concertaretis, tu pro prudentia ac modestia tuarem transiges. Nisi ego doctores seu patres non intelligam, eciampraeter te, Paulum dicunt eciam corpore raptum in coelum; sedhaec per humanam nostram imbecillitatem discutienda non erunt.

Vale et me tui observantissimum diiudicato.

Contra libellos iam emissos de honestate clericorum nescioquid docti Ingoldstadienses commentantur. 2 Salutatorogo nostrumLazarum Spengler meo nomine. Iterum vale.

Die 12. marcii anno 30. Tuus Ch. Peutinger.

280.An Matteo Casella.' 6 (1530 Sommer-Herbst.^ Augsburg.)Stellt anläßlich des vom Kaiser zu entscheidenden Streiteszwischen Papst Klemens VII. und dem Herzoge Alfonso von

1 Vgl. S. 440 Anm. 5.

2 Unter den libclli ... de honestate clericorum dürften die Schriften zuverstehen sein, die sidi mit der Frage befaßten, ob ein verheirateter Geist-licher nach dem Tode seiner Gattin eine zweite Ehe eingehen dürfe. DerStreit hierüber war veranlaßt worden durdi die zweite Vermählung des Nürn-berger Prädikanten Dominikus Schleupner. Eine in Nürnberg handschriftlidiverbreitete anonyme Schrift, als deren Verfasser — wohl mit Recht — Pirck-heimer galt, hatte Schleupners Handlungsweise als sittlich unerlaubt undschriftwidrig scharf verurteilt, worauf alsbald Luther (De digamia epis-coporum propositiones, ersdüenen spätestens im April 1528) und die Nürn-berger Prädikanten Wenzeslaus Link und Andreas Oslander (De ministrorumecclesiasticorum digamia) den Angegriffenen verteidigten und es entsdüedenbestritten, daß für die Geistlidien ein anderes Sittengesetz gelte als für dieLaien. Vgl. zu dem Streite die Einleitung zu der Ausgabe der Sdirift Luthersin der Weimarer Ausg. seiner Werke 26 (1909) S. 510ff. Die IngolstädterTheologen, d. h. natürlidi vor allem Eck, haben übrigens in diesen Streitnidit eingegriffen. 3 Matteo Casella — wohl ein Nadikomme desin J. Burckhardts Kultur der Renaissance " 5. 40 genannten Lodovico Casella— war Geheimer Rat und Diplomat des Herzogs Alfonso von Este; in denJahren 1526, 1527 und 1536 ist er als ferraresischer Gesandter in Rom nach-weisbar: Pastor 4, 2 S. 234, 284, 747; 5 S. 170. Seine eifrige und erfolgreicheTätigkeit als Gesandter am Kaiserhofe im Streite um Modena (s. die folg.Anm.) erwähnt Paolo Giovio in seiner Lebensbesdireibung Alfonsos von Este:P. Jovius, Liber de vita et rebus gestis Alfonsi Atestini, Ferrariae principis.Florentiae 1550. S.53f.

4 Der Brief ist undatiert. Da in der Einleitung erwähnt wird, daß der