396 Nr. 247. 1524 Mai 29.
vergriffen. Das alles diser zeit und in der eil E. Ft. nit hab wellenverhalten etc.
Dat. auf 11. tag maii anno etc. 24.
Chuonrat Peutinger doctor.
247.
An Bärgermeister und Rat 1524 Mai 29.
von Nördlingen. (Augsburg.}
Kurzer Ratschlag betr. des von dem Priester Paul Strauß
begangenen Marktfriedensbruches; näheres Eingehen auf die
Rechtsfrage war ihm infolge eines heftigen Fieberanfalls nicht
möglich.
Nördlingen. StA: Missiven 1524. Reinsdir. von Sdireiberhand. — Adr.:Wie Nr. 215.
Fursichtigen, ersamen und weisen etc. E. Ft. schreiben,maister Paulsen Strauß, priesters, begangen Verhandlung be-treffend, 1 hab ich verlesen. Ist daruf mein guetbedunken zu Hand-habung E. Ft. freiheit, wo und soferr der priester sicherhait undporgschaft tete, mit E. Ft. umb begangen frevel abzukomen, dassolichs angenomen, wo nit, das er dem bischof von Augspurggen Dillingen geschickt, also das er daselbst enthalten und keins
1 In diesem Schreiben vom 28. Mai 1524 teilte der Nördlinger RatPeutinger mit, daß drei Tage vorher, während der gegenwärtigen des hl.Reichs und unser hochgefreiten sumermeß, der Kaplan finalster Pauls Straus,gepriester, ain weibsbild, die etwan sein köchin gewesen ist, in seiner be-hausung gevarlichen verwartet und, als dieselb irer gescheft halben auf freiergassen unversehenlich ainichs übels oder argens ungevarlich für sein behausungfurgeen wollen, ist er mit ainem guten, handvölligen bengel über si heraus-gewischt und si also mit der tat auf offner gassen vast übel geschlagen, dochdurch ir gegenwer mit ainem eisin Kolleffel auch etlich straich davongetragen,alles wider unser und kunigl. freihalten gewonlich und offenlich besehenen.Sie hätten früher derartige Verletzungen des Marktfriedens an Leib undGut bestraft, seien auch gewillt, den Priester wegen seines Frevels wie ainandern laien zu büßen unangesehen der gaistlichen freihalten und immunitet.Einige Ratsmitglieder aber rieten, daß soldies zuvorderst bei disen leufen undZeiten, sonderlich das gemaine stat und wir neben oder für andere der neuenler halben nit wenig beruft und beschraiet seien, es lieber nidit zu tun,sondern den geistlidien Übeltäter dem Bischof zur Bestrafung zu übergeben.Der Rat sei also zwiespältiger Meinung, wolle Strauß aber keinesfalls straflosausgehen lassen von wegen des gemainen volks nachreden und bittet Peu-tinger um Rat (Nördlingen, StA: Missivbudi 1524 fol. 54 vf. Absdir.).