Nr. 246. 1524 Mai 11. 395
zu Nurmberg getan, darauf er kain antwurt geben hette. Unddweil dise sache und handlung nit allain den prediger zu Me-mingen beruert, sonder auch allenthalben, soweit im hl. romischenReiche eingerisen und ausgeprait worden, das ainer jeden ober-kait beschwerlich oder veleicht nit wol erheblich: wa und wanainer, der sich berömbt, nichtz anders dann das war und clargotswort geprediget zu haben, den darüber aus aigem furnemenunverhört von solhem zu dringen; demnach gar leichtlich wider-will und aufrur daraus entsteen möchten, das doch meniglichzu verhieten und zufurkomen schuldig. Hierauf billich, ain zugepurender verhöre zu verglaiten. Wa er sich dann seiner hand-lung nit konde oder wußte zu verantwurten und sonderlich inainer sache, das gotswort und desselben predig one alles mittel,also kain schmachsachen belangend, hette sein gestalt, wurdensich darauf E. Ft. ganz gepurend halten, und sonderlich, wa sicherfunde, das ainer wider das heilig gotswort geprediget habensolt, das doch one verstendig des gotswort nit wol bescheenmöchte; dweil auch E. Ft. handlung hierin geübt nit allain [und]nit unbillich, sonder auch allen gotlichen und menschlichen rechtenganz gemeß und den nit allain nit entgegen, sonder auch orden-lichem gerichtszwang nit nachtailig were. Es möchte auch da-neben die Ordnung und ausgangen mandat und gebotsbrieve inmeiner heiligenden verzaichnus, desgleichen der abschid desreichstag, jetzo jungst zu Nurmberg gemacht und beschlossen,als vil die das künftig concilium und den tag, auf Martini genSpeyr angesetzt, beruren, 1 angezogen und darauf gebeten werden,den bischove dahin in der guete zu vermögen, dem predigerglait gen Augspurg zu verhöre und wider von dannen zu gebenoder aber die sache auf bemelten tag gen Speyr anzustellen etc.Doch ob sonst leidlich, fraglich und unnachteilig mittel weiterungeschlagen wurden, die möchten E. Ft. gesandten auf hindersich bringen auch annemen, doch in allweg des Reichs abschiden,gemachten Ordnung und obgemelten ausgangen mandaten un-
das Ansuchen unterbreitet, die Ladung Schappelers entweder zurückzuziehenoder doch wenigstens die Angelegenheit auf einen Monat zu vertagen; beideshatte Stadion abgelehnt; vgl. Rohling S. 95 f.
1 Vgl. den Abschied vom 18. April 1524: RTA 4 Nr. 149 S. 603ff.