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Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
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295
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Nr. 183. 1517 April 26. 295

Das dan kais. Mt. furgenomen hat, den Stabius zu demjetzigen abt gen Sponheym zu schicken, 1 las ich mir woll ge-fallen. Dan ich hab je dafür, der alt abt von Sponheym, so ge-storben ist, hab im mit seiner frankischen cronick zuvill getan. -

Ferrer als kais. Mt. in bemeltem irem brieve an mich be-gerten bescheid der zottenden mendel halben, hab ich euch voroft geschriben, aber ich will, wie obstat, mit dem Knoder handienund kais. Mt. furderlich bericht tun.

Dan als kais. Mt. begeren in dem anderen I. Mt. brieve, derzottenden mendel mueter: der halben bin ich hievor in arbeitgewesen, die selben mueteren, als vill ich der erfaren mag, inain register zu bringen und solchs I. Mt. zu schicken, und dweil

1 Vgl. Maximilians Brief an Joh. Stabius, aus Maastridit vom 22. Jan.1517, mit dem Auftrage, sidi nadi Sponheim zu begeben und den literarischenNadüaß des am 13. Dez. 1516 verstorbenen Trithemius wegen versdüedener,die Genealogie des Kaisers betreffenden Fragen durdizusehen. Über das Er-gebnis der Reise des Stabius vgl. die in der folgenden Anm. wiedergegebeneÄußerung Peutingers, über die von Stabius an den genealogisdien Arbeitenund dem auf dem gefälsditen „Hunibald" beruhenden „Compendium sivebreviarium I. voluminis annalium sive historiarum de origine regum et gentisFrancorum" (Mainz bei Joh. Sdtöffer 1515) des Trithemius geübte sdiarfeKritik vgl. S. Laschitzer im JKSK 7 (1888) S.21—26.

* Zweifel an der wissensdiaftlidien Zuverlässigkeit des Trithemius warenin Maximilians Umgebung sdwn früher rege geworden. Der Kaiser hattefür den l.Bd. der Frankendironik das Druckprivileg nur unter der Bedingungerteilt, daß Peutinger das Manuskript vorher prüfe; vgl. den Text diesesPrivilegs und den Brief des Trithemius an Maximilian vom 22. Nov. 1515bei Chmel, Die Hss. der Hofbibl. in Wien 1 (1840) S. 320. Peutinger hatdarüber sowie über das Ergebnis der Nadiforsdmngen des Stabius in desAbtes literarisdiem Nachlaß (vgl. die vorige Anm.) in sein Exemplar derFrankendironik folgendes eingetragen: Compendium abbalis Sponheimiensisea sola causa publicare permisi, ut nugae eius publice adnotarentur; cumnulluni citet Historiae suae verum auctorem, fingit quendam Hunibaldum, quisaltem ex scripto visus non est. Et ut ab optimo nostro amico loanne Stabio,caesareo historiographo, accepimus: cum is pro suprascripto autore post Tri-themii mortem Herbipolim missus fuisset, hunc non reperit, verum schedasquasdam, quibus Historiam suam subsequentem (d. h. die ungedruckte Fort-setzung des „Compendium"), ut voluit (über enim erat idem et calamus etchartae), saepe et saepius immutaverat, et ob falsum admissum a Casimiromarchione (von Brandenburg-Kulmbadi) apud Maximilianum caesarem superrebus Francorum me praesente accusatus fuit, verum iam defunctus. Id veroPessimum duco, legem historiae, ut Cicero de oratore (2, 15) docet, hoc estipsam veritatem non observare. Ch. P. Aug.