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Konrad Peutingers Briefwechsel
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294
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294 Nr. 183. 1517 April 26.

22 bilder fertigen. So was I. Mt. monung, als die hie waren. 1Si wolten 100 zentner mir alher schicken lassen, und da ichdarauf sagt, ich hette an 50 oder noch minder gnug, vermeintI. Mt., was ich zuvill haben werde, solt ich die arbeit davon be-zalen. Darob so erlangt mir in disem fall noch guten lauterenbeschaid.

Der „zotende mendel" 2 halben hat es die gestalt, das mirdie gemalet in der Ordnung von kunig Karlein bis auf denpauren 3 geben, die alle gerissen und geschniten worden undbei mein handen sein. So hab ich dabei die gemaleten patrongegen ainander besichtiget, find gar kain mangel, aber auf kais. Mt.begeren will ich mit dem Knoder* handien.

Ich wais jetzo über die eibenpogen kein weiter confiscation,so ich aber was erfar, will ich euch verkonden und darin keinfleis sparen.

1 Gemeint ist wohl Maximilians Aufenthalt in Augsburg 19. Sept. bis20. Okt. 1516; vgl. v. Kraus im Ardi. f. oesterr. Gesch. 87 (1899) S. 310.

- Der folgende Absatz des Briefes hat, seit Herberger ihn S. 60 ff.Anm. 104 veröffentlichte, viel Kopfzerbrechen verursacht; zuletzt hat F. Dorn-hoff er im JKSK 18(1897) S.ll f. darüber gehandelt und sich mit guten Gründendafür entsdiieden, daß es sich um Holzschnittdarstellungen eines Teiles dermännlichen Ahnenreihe des Kaisers handelt. Der Ausdruck zottende mendelist bereits von E. Harzen (Maximilian des Ersten Stammbaum und dessen„zotende Mendl", im Deutschen Kunstblatt 5 [1854] S.240) richtig gedeutetworden als Bildnisse von Männern, die eine mit Zotten oder Zatteln, d. h.ausgezaditen Verzierungen versehene Kleidung tragen. Diese Ableitung desAusdrucks von der Kleidung wie auch die Beziehung des ganzen Abschnittsauf die Arbeiten zur „Genealogie" Maximilians werden bestätigt durch einegelegentliche Bemerkung Jakob Spiegels, der als Sekretär und Rat des Kaisersfür gut unterrichtet gelten muß, in seinem Werke „De dictis et factis Alphonsiregis" S.22; Merovingicam originera .... (unde Habsburgicorum familia pro-manavit) caesar Maximilianus contexuit libro singulari, quem nostrate linguaob vestitum ad priscum morem formatum inscripsit „die zottenden Menlen";angeführt auf Grund eines Hinweises von G. Knod bei Ulmann 2 S. 752Anm. 1.

8 Die Reihe der fraglidien Holzsdinitte (veröffentlicht, soweit in einerSammlung von Probedrucken der Holzsdinitte zur „Genealogie" in derHs. XX b Nr. 15 der Bibliothek der kunsthistor. Sammlungen des Allerh.Kaiserhauses in Wien erhalten, von Th. Frimmel im JKSK 10 [1889] hinterS. CCCXXVI) wird abgeschlossen durch einen müde an einen Baumstumpfhingelagerten Bauern.

4 der kaiserl. Hofmaler Hans Knoderer.