296 Nr. 184. 1517 Herbst.
man die an vill orten suchen muß, ist mir nit möglich, dorin zueilen, will aber allen fleis ankeren. 1 Das sollen ir kais. Mt. ansagen.
Ferrer als ir in dem letzten euren brieve melden der kupferund Silber halben, das kais. Mt. mit dem Schatzmeister handienund mir darnach bescheid geben lassen wolle, des will ich alsogewartig sein und sonderlich auf das, so ich oben anzaigt hab.
Ich hette auch auf euer schreiben das ketzerbuch, so zuNürnberg getruckt worden ist, kais. Mt. gern zugeschickt. Sowais ich kains mer anzukörnen, sonder alsbald die getruckt, seinsi heimlich, als bericht bin, weck gefurt, und ist mir mit großermue ains worden, das ich zu dem, so zu Leiptzig dawider ge-schriben worden ist, binden lassen hab. 2 Wa das I. Mt. je haben undmir wider schaffen wollen, will ich solchs I. Mt. leihen. Dan weßtsonst kains mer anzukörnen, und solt ich darumb komen, were mirlaid. Doch was kais. Mt. wollen, dorin will ich gehorsam erscheinen.
Euch auch dank der verkondung neuer zeitung. Will solchs undanders, wa es zu schulden kompt, umb euch mit fleis verdienen.
Dat. in eil auf 26. tag aprilis anno etc. 17.
184.Von Kaiser Maximilian. {1517 Herbst.*)
Peutlnger soll die „Ehrenpforte", die Stabius ihm schiclienwird, wohlverpackt mit der Post senden.
Innsbruck, LRA: Maximiliana XI, 6. Entw. — Adr.: An doctor Peutinger.Regest: Schönherr im JKSK2, 2 (1881) Nr. 1302.
1 Maximilian war gerade damals bemüht, mit Hilfe der für ihn ar-beitenden Gelehrten seinen Stammbaum nadi der weiblidien Seite zu erweitern.In dem umfangreichsten der der Genealogie des Kaisers gewidmeten Werke,der am 13. Mai 1518 in Augsburg vollendeten „Fürstl. Chronik Kaiser Maxi-milians, genannt Geburtsspiegel" des Dr. Jakob Mennel (Wien, Nationalbibl.codd. 3072 — 77) ist der 9. und letzte Teil den „erlauchten und berümbtenweibern des loblichen Haus Hapsburg und Oesterreidi" eingeräumt: vgl. dazuS. Lasdiitzer im JKSK 7 (1888) S. 12ff. Von Peutingers Arbeiten an diesemGegenstand ist nichts erhalten.
2 Mit dem ketzerbucli ist wahrsdieinlidi die im Dez. 1511 bei Hieron.Höltzel in Nürnberg erschienene „Apologia sacrae scripturae" (Panzer 7S. 449 Nr. 72) der Böhmisdien Brüder gemeint, gegen die der Leipziger Pro-fessor der Theologie Hieron. Dungersheim 1514 unter dem Titel „Confutatioapologetici cuiusdam sacrae scripturae falso inscripti" (Panzer 7 S. 185Nr. 474)eine Gegenschrift hatte ersdieinen lassen. » Zum Datum vgl. die folgende Anm.