Druckschrift 
Konrad Peutingers Briefwechsel
Entstehung
Seite
165
Einzelbild herunterladen
 

Nr. WO. 1512 September 1. 165

bitende, dweil Got der almachtig ainen anstand zwischen E. Mt.und inen zugeben nette, 1 das S. f. G. auch fleis furkeren solt,damit zwischen E. kais. G. und inen ewiger fride gemacht undder zug gmainer cristenhait wider die Machemetischen furgenomenwirde, darzu si ir leib, leben und alles ir vermögen darstreckenwolten, mit etlichen mer worten, on not, E. Mt. damit zu beladen.

Und dieweil er also dasmal ausgeredt, ging herzog Wilhalmmit sein gelerten und anderen raeten, auch mit Hansen Jacoben 2und mir auf ain ort, und nachdem er niemand bei im hett, derdas welsch ganz woll verstund, ward ich zu ainem dulmetschengebraucht und nachmalen ime zu antwurt zu geben bei S. G. inrat gefunden mir zu reden bevolhen.

Also hab ich gedachter potschaft erstlich die antwurt in lateinim grund der mainung geben, S. f. G. hette der Venediger gutenwillen und erpieten gern gehört und so bei E. Mt. ir sache<n>zu besserung keinen, were S. f. G. bereit, inen auch alle frunt-schaft und guten willen zu beweisen, wa auch E. kais. Mt. gegeninen also zu friden geneigt. Als vill dan den furzunemen anS. f. <G.> sein werde, solt kein fleis gespart werden etc. Und dweilaber S. f. G. und ich bevelh heften, ine von wegen E. Mt. zuverhören, solt er sein bevelhe, den ime die bemelt herschaftgeben hett, uns erofnen, damit E. kais. Mt. wir berichten mochten.

Auf das er den credenzbrieve, an E. kais. Mt. lautende, auchfurlegt und darauf mit der gleichen diemuetigen worten, meinsenthaltens die ich von ainicher potschaft von Venedig vor niegehört hab, ain lange red getan hat. Nach volendung der selbenrede der gnant herzog Wilhalm und ich, damit wir beide der sachenit zu wenig noch zu vill tatten, an ine begerten, uns solch seinWerbung in schritt zu übergeben. Sagt er darauf, der Venedigerbrauch were nit, ir Werbung in schritt zu übergeben. Aber dan-nocht zu erwirdigung E. kais. G. wolt er solchs tun, als er auchgetan hat, die mitsambt den credenzbrieven E. kais. G. der gnantherzog Wilhalm hiemitzuschicken, bezaichnet mit ainem A. Welcheschrift auf begern des gnanten fursten ich in der eil von walisch

1 Am 6. April 1512 war zwischen Maximilian und Venedig ein Waffen-stillstand, zunächst auf zehn Monate, geschlossen worden; vgl. Ulmann 2s - 444. = tians Jakob v. Landau.