166 Nr. WO. 1512 September 1.
in teutsche sprach gebracht hab, laut der abschrift mit dem Bbezeichnet.
Der Capellus hat sich auch neben bemelter übergeben schritthören lassen, das die Venediger sich geprauchten, das ir potschaftin sachen daran gelegen were, nit offenlich oder vor anderen,sonder allein vor dem kunig oder herren, dahin die geschicktwurde, ir Werbung tatte; aber so E. Mt. solchs also halten, wolter gehorsam erscheinen, mit ferrer anzaigung, wa er allein beiE. Mt. gewesen und für die zugelassen worden were, E. kais. G.vill eer und nutze geschaft haben wirde.
Also hat der gnant herzog ine und die andern obgemeltenzwei, auch Hansen Jacob und mich zu gast gehabt, 1 und wie-woll er erstlich ganz traurig, so ward er doch ob tisch froelich.Und insonder kan ich E. Mt. nit verhalten, als herzog Wilhalmund wir ander teutsch von den prunsten 2 zu red wirden, sprachherzog Ernst 8 unserhalben unbedacht frei heraus und mit lachen-dem munde, wan man den Walhen fragte, der mocht woll vommordprennen sagen. Furwar diser fürst zu seiner jugend ist ganzgeschickt, disputiert und redt geren latein, das ab S. G. ich ver-wundrung trag.
Nachmalen auf den 27. tag ist gedacht potschaft durch dengnant mein g. herren herrn herzog Wilhalm mit belaitern ab-gefertiget und aus Landshut auf Salczburg, demnachsten aufLuencz 4 mit E. Mt. brieve zu herrn Michel von Wolkenstein, frei-herrn, geschickt worden.
1 Bei diesem prandium war hödistwahrsdieinlidi auch Joh. Aventinus, derErzieher des jungen Herzogs Ernst, zugegen. Er beriditel in seinem .Haus-kalender" zum 25. Aug. 1512: Venit Franciscus de Capeila, Venetus Senator,ad caesarem missus a republica, Missus Venetorum a conspectu caesaris pro-hibitus ad ducem Wilhclmum missus est, qui eum audivit iussu caesaris. De-duxere eum Ioannes de Landuno et Chunradus Peutinger doctor Augustensis.Thomas Loflholcz deduxit eum auspiciis ducis Wilhelmi usque Salisburgium.Vix tuto redire licuit ob de la Schala machinas et rusticorum in Alpibus, qui-bus pecora abegerant. Invitatus a duce ad prandium, Landshuet. J. Turmairsgen. Aventinus Sämtl. Werke 6 S. 24.
2 Einer der Hauptvorwürfe des Kaisers lautete, die Venezianer hättenMordbrennerbanden nadi Deutsdiland geschickt; vgl. Sanuto 14 S.632: Itemaver manda brigate in Alemagna per brusar le terre. s Der jüngsteBruder Herzog Wilhelms IV., damals 12 Jahre alt, später Bischof von Passauund endlich Erzbischof von Salzburg. 4 Lienz im Pustertal.