steht’s, und man muss teilnehmen am Leben und mit denanderen die Zeiten halten. So hielt Juda mit bei der Schurzu Timnach drei Tage lang, opferte und schmauste.
Den Rückweg hinab in seine Gegend legte er allein zu-rück; er ging am liebsten allein. Dass er zu Fusse ging, wis-sen wir, denn er führte einen guten Knaufstock, der etwaswert war, und solchen braucht man nicht für ein Reittier,sondern zum Schreiten. An ihm schritt er die Pfade derHügel hinab, zwischen Weinhängen und Ortschaften, imSpätglanz des Tages, der rötlich zur Rüste ging. Weg undSteg waren ihm wohlvertraut; da war auch Enam, die Stät-te Enajim am Fusse der Höhen, wo er vorbeimusste, genEhesib und Odollam, purpurn angestrahlt Häuser, Lehm-mauer und Tor von den feiernden Himmeln. Am Torekauerte eine Gestalt; als er näher kam, sah er, dass sie inein Ketonet paspasim, das Schleiergewand der Bestricken-den, gehüllt war.
Sein erster Gedanke war: Ich bin allein. Sein zweiter:Ich gehe vorüber. Sein dritter: Ins Untere mit ihr! Mussmir die Kedesche, die Freudennonne am friedlichen Heim-weg sitzen? Es sieht mir ähnlich. Aber ich kümmere michnicht darum, denn ich bin zweimal, der ich bin: der dem’sähnlich sieht, und der, der sich darüber erbittert, sich ver-leugnet und zornig vorübergeht. Das alte Lied! Muss es im-mer wieder gesungen sein? So singen angeschmiedete Ru-dersklaven aus stöhnender Brust bei der Frohn. Drobensang ich’s ächzend mit einer Tanzdirne und sollte satt seinfür eine Weile. Als ob die Hölle sich je ersättigte! Schmach-volle Neugier, absurde, nach dem hundertfach Abge-