II
Wusste er, dass er es war? Er konnte es sich an den Fin-gern abzählen, und das tat er buchstäblich öfters, aber nieohne vor seiner Erberwäblung zu erschrecken und schmerz-lich zu zweifeln, ob er ihrer würdig sei, ja zu befürchten,sie möchte in ihm verderben. Wir kennen Jehuda; wir ha-ben zu Zeiten, als Joseph noch am Herzen des Vaters lag,sein leidendes Löwenhaupt mit den Hirschaugen unter denHäuptern der Brüder gesehen und hatten ein Auge auf ihnauch hei Josephs Untergang. Alles in allem stand er nichtschlecht in dieser Sache: nicht so gut, natürlich, wie Ben-jamin, der „zu Hause“ gewesen war, aber fast so gut wieRüben, der nie des Knaben Tod gewollt, sondern ihm dieGrube verschafft hatte, dass er ihn daraus stehle. Ihn ausder Grube zu ziehen und ihm das Lehen zu schenken, daswar aber auch Judas Wunsch und Vorschlag gewesen;denn er war’s, der vorgeschlagen hatte, den Bruder zu ver-kaufen, weil man’s dem Lamech des Liedes ja doch nichtgleichzutun gewusst habe in diesen Läuften. Die Begrün-dung war nebensächlich und vorwandhaft, wie meistensBegründungen sind. Jehuda hatte volles Gefühl dafür,dass,den Knaben im Loche verkommen zu lassen, um kein Haarbesser war, als sein Blut zu vergiessen, und hatte ihn rettenwollen. Dass er insofern mit seinem Vorschlag zu spät kam,als die Ismaeliter ihr Werk schon getan und den Joseph be-
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