Druckschrift 
Thamar
Entstehung
Seite
43
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sehr, wenn auch nur in Erwartung von Juda’s emphati-schem Einspruch, der nicht auf sich warten liess. Manhiess ihn wohl einen Löwen, aber wie eine Löwin stand ervor seinem letzten Knaben, was dieser nun immer taugenmochte, und wollte nicht.

„Nie und nimmer!“sagte er. „Dass er mir auch verderbe,nicht wahr?, blutig wie der Erste oder unblutig wie derZweite, da sei Gott vor, und es geschehe mitnichten! Ichhabe gehorsamt deiner Vorladung, Israel, und bin zu dirheraufgeeilt von Ehesib in der Ebene, wo Schua’s Tochtermir diesen gebar, und wo sie jetzt krank liegt. Denn sie istkrank und neigt zum Sterben, und wenn auch Shelah mirstirbt, so bin ich kahl. Nicht von Gehorsamsverweigerungist die Rede, denn du magst mir’s ja sichtlich gar nicht be-fehlen, sondern nur als zweifelnde Anregung bringst du’svor. Ich aber zweifle nicht erst, sondern sage Nein und Nie-mals dazu, für dich und mich. Was denkt sich dies Weib,dass ich ihr soll auch das Schäfchen geben und sie’s ver-tilge? Das ist eine Ischtar,die ihre Liebsten tötet! Eine Jüng-lingsfresserin ist das, von unersättlicher Gier! Dazu ist die-ser ein Kind, noch unter seinen Jahren, und taugt dasLämmlein nicht in den Pferch ihrer Arme.“

Wirklich konnte man sich Shelah, wenigstens vorläufig,vermählt gar nicht vorstellen. Er sah mehr aus wie ein En-gel, denn wie ein Menschensohn, süffisant und unbrauch-bar, und hatte weder Bart noch Bass.

„Es ist nur wegen des Schuhes und wegen des Wei-teren“, erinnerte Jaakob zögernd, „wenn der Knabe sichsperrt, seines Bruders Haus zu erbauen.“