Druckschrift 
Thamar
Entstehung
Seite
40
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Satzung erheben, dass, wo da Brüder sind, und einer stirbtohne Kinder, so soll sein Weib nicht einen fremden Manndraussen nehmen, sondern ihr Schwager soll einsprmgenund sie ehelichen. Den ersten Sohn aber, den sie gebiert,soll er bestätigen nach dem Namen seines verstorbenenBruders, dass dessen Name nicht vertilgt werde aus Israel!“„Wenn’s aber dem Manne nicht gefällt“, wandte Jaakobein, „dass er seine Schwägerin nehme?“

„In diesem Fall soll sie hervortreten“, sprach Thamar fest,„und es allen ansagen: Mein Schwager weigert sich, sei-nem Bruder einen Namen zu erwecken in Israel und willmich nicht ehelichen. Dann soll man ihn fordern und mitihm reden. Wenn er aber steht und spricht: Es gefällt mirnicht, sie zu nehmen, so soll sie zu ihm treten vor allemVolk und ihm einen Schuh ausziehen von seinen Füssenund ihn anspeien und soll antworten und sprechen: Alsosoll man tun einem jeden Mann, der seines Bruders Hausnicht erbauen will. Und sein Name soll ,Barfüsser‘ sein!“„Da wird er sich freilich bedenken“, sagte Jaakob. „Unddu hast insofern recht, meine Tochter, als es mir leichterfallen wird, mein Wort geltend zu machen bei Juda, dasser dir den Onan zum Manne gebe, wenn ich’s allgemeinmache und mich dabei auf die Satzung stützen kann, dieich veröffentlicht habe unter dem Unterweisungsbaum.“Es war die Schwagerehe, die da auf Thamars Betreibengegründet wurde, eine geschichtliche Sache. Dies Land-mädchen hatte nun einmal einen Trieb zum Geschichtli-chen. Ohne Witwenschaft erhielt sie den Knaben Onanzum Manne, ob Juda auch wenig Lust zeigte zu der Schlich-