heben und sehen die Sonne, den Mond und die Sterne, dasganze Heer, und fallen ab, ihnen zu dienen. Dein Volk istmein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Darum, wenn Ermir Kinder gibt, so sollen sie mir nicht kommen von einemManne aus fremdem Gottesvolk, nie und nimmer. Es kannaus deinem Hause, mein Herr, wohl Einer sich eine Toch-ter des Landes nehmen, wie ich es war, und sie zu Gottführen. Ich aber, wie ich nun bin, neugeboren und deinGebild, kann nicht Ehemagd sein einem Unbelehrten undeinem, der da zu Bildern betet aus Holz und Stein, von derHand der Werkmeister, und die weder sehen, noch hören,noch riechen können. Siehe an, Vater-Herr, was du getanhast, da du mich bildetest, und hast mich fein und heikelgemacht in der Seele, dass ich nicht leben kann wie dieMenge der Unwissenden und kann nicht den Ersten-Be-sten freien und mein Weibtum nicht hingeben einem Got-testölpel, wie ich sonst wohl schlichten Herzens getan hätte— das sind die Nachteile der Verfeinerung und sind dieSchwierigkeiten, die Veredelung mit sich bringt. Darumrechne es deiner Tochter und Magd nicht zum Mutwillenan, wenn sie dich auf die Verantwortung hinweist, die duauf dich genommen, da du sie bildetest, und bist ihr schul-dig geworden fast ebenso, wie sie dir, da du nun für ihreVeredelung aufkommen musst.“
„Was du sagst, meine Tochter“, erwiderte er, „ist ener-gisch und nicht ohne Hand und Fuss; es lässt sich mit Bei-fall hören. Sage mir aber, wo du hinauswillst, denn ich seh’es noch nicht, und vertraue mir an, wohin du denkst, dennes ist mir dunkel!”