„Deines Volks“, sagte sie, „bin ich im Geiste, deines Volksallein kann ich im Fleische sein und mit meiner Weibheit.Du hast mir die Augen aufgetan — lass mich die deinen öff-nen! Ein Reis wächst an Eurem Stamm, ’Er, deines Vier-ten Erster, und ist wie ein Palmbaum am Bach und wie einschlank Rohr im Ried. So rede mit Juda, deinem Löwen,dass er mich ihm zum Weibe gebe!“
Jaakob war höchlichst überrascht.
„Da willst du hinaus“, antwortete er, „und dahin denkstdu? Wahrlich, wahrlich, ich hätt’s nicht gedacht. Du hastmir von der Verantwortung gesprochen, die ich mir zuge-zogen, indem ich dich bildete, und machst mich nun stut-zen gerade um ihretwillen. Natürlich kann ich reden mitmeinem Löwen und mein Wort geltend machen vor ihm,aber kann ich’s verantworten? Willkommen bist du meinemHause, und es tut seine Arme auf mit Freuden, dich zuempfangen. Aber soll ich dich gebildet haben zu Gott, dassdu unselig werdest? Ungern rede ich misslich von einem inIsrael, aber die Söhne der Tochter Schua’s sind ja ein unge-nügend Geschlecht und sind Taugenichtse vor dem Herrn,nach denen ich lieber nicht blicke. Wahrlich, ich zögerestark, dir zu willfahren, denn nach meinem Dafürhaltentaugen die Knaben zur Ehe nicht, jedenfalls nicht mit dir.“
„Mit mir“, sagte sie fest, „wenn mit keiner sonst. — Be-sinne sich doch mein Vater und Herr! Es war unumgäng-lich geboten, dass Jahuda Söhne habe. Nun sind sie, wiesie sind, von gutem Kern jedenfalls, denn in ihnen ist derKern Israels, und können nicht übersprungen sein, nochkann man sie ausfallen lassen, es sei denn, sie fielen selber