ration, ihre kränkliche, wenn auch nette,Verderbtheit, liesssie zögern, ihn zu tun. Aber ihr Ehrgeiz wusste sich zu hel-fen, — er musste wohl, sie wäre sonst sehr unzufrieden mitihm gewesen. Er sagte ihr, dass die Verheissung nicht im-mer verheisssungsvolle oder auch nur geheure Wege zu ge-hen braucht; dass sie, ohne zu verkümmern, viel Zwei-deutig-Minderwertiges und selbst Verworfenes durchlaufenmag, und dass aus Krankem nicht immer Krankes kommenmuss, sondern ein geprüftes und aufgeartetes Leben daraushervorgehen und weiterhin seinen Weg zum Eieile neh-men kann, besonders, wenn ihm die aufartende Kraft einerEntschlossenheit dabei zu Hilfe kommt, wie Thamar sie ihreigen nannte. Auch waren die Juda-Sprossen ja eben nurabgeartete Männer. Auf das Weib aber kam’s an, und da-rauf, dass das rechte just hier am schwächsten Punkte sicheinschalte. Dem Schosse des Weibes galt die erste Verheis-sung. Was lag an den Männern!
Um nun jedoch ihr Ziel zu erreichen, musste sie wiederhinaufsteigen in der Zeit bis ins dritte Glied; anders war’snicht zu machen. Zwar liess sie ihr Astartisches spielen ge-gen den jungen Menschen, aber die Rückwirkung war kin-disch und lasterhaft. ’Er wollte nur scherzen mit ihr, undals sie dagegen die Finsternis ihrer Brauen setzte, fiel er abund war des Ernstes nicht fähig. Sich hinter Juda zu stek-ken, weiter hinauf, hinderte sie ein Zartgefühl; denn erwar es gewesen, den sie eigentlich begehrt hatte oder be-gehrt hätte, und wenn er das auch nicht wusste, so wusstedoch sie es und schämte sich, von ihm den Sohn zu begeh-ren, den sie ihm hätte gebären wollen. Darum steckte sie
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